Ärzte-Überstunden sorgen für Ungemach

Vorarlberg / 28.07.2017 • 19:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Krankenhaus Dornbirn stellte Medizinern ein Ultimatum.

dornbirn. (VN-mm) Zahlreiche Ärzte im Krankenhaus Dornbirn arbeiten immer noch mehr als die von der EU zulässigen 48 Wochenstunden. Dass sie sich für die Opt-out-Regelung entschieden haben, scheint ihnen nun auf den Kopf zu fallen. Denn die Krankenhausleitung will rund 11.500 Überstunden, die 2016 angefallen, aber nicht im Budget vorgesehen waren, nun „ersatzlos kappen“, wie es in einem Schreiben an die Mediziner heißt. „Viele Kollegen haben das als Drohung aufgefasst“, sagt der Sprecher der angestellten Ärzte, Hermann Blaßnig, im VN-Gespräch. Wie Ärztekammerpräsident Michael Jonas bestätigt auch er, dass Protest gegen dieses Vorgehen eingelegt wurde.

Vor allem lasse sich die Überstundenproblematik nicht mit der Patientenversorgung in Einklang bringen. „Offensichtlich bedarf es dieser Stunden, damit die angebotenen Leistungen erbracht werden können“, lässt Hermann Blaßnig, der als Chirurg im Stadtspital Dornbirn arbeitet, seinen Vermutungen, wonach es zu wenig Personal geben könnte, freien Lauf. Und er bezeichnet den Brief als nicht unbedingt gut für die Stimmung, die sich in den vergangenen Monaten deutlich beruhigt habe.

Gespräche angesetzt

Angefallen sind die vielen Überstunden laut Blaßnig vorrangig im Nachtdienst. Nun sollen sie bis längstens September abgebaut werden. Derzeit sind 80 Überstunden zulässig, ab dem kommenden Jahr dürfen es nur noch 50 sein. Die meisten Ärzte lassen sich angefallene Überstunden auf ein Sabbat- oder Pensionskonto buchen. Ausbezahlt wird selten, weil steuerlich uninteressant. Die aktuelle leidige Problematik wollen Stadt und Krankenhaus in Gesprächen mit den betroffenen Ärzten aus der Welt schaffen.