Dollar gibt Schub

Markt / 28.07.2017 • 18:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mag. Monika Rosen
Mag. Monika Rosen

Wien. In der laufenden US Berichtssaison steht der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte natürlich im Mittelpunkt. Und da könnte der zuletzt schwache Dollar ein wahrer Segen für die großen Blue Chips werden. Die im S&P 500 versammelten Firmen erzielen über 40 Prozent ihrer Umsätze außerhalb der USA. Wenn also der Dollar abwertet, werden die international erzielten Erträge mehr wert. In der derzeit laufenden Berichtssaison spielt die Dollarschwäche noch keine große Rolle, aber Experten erwarten, dass sich das bis Jahresende ändern könnte. Laut einer Berechnung von Morgan Stanley hebt eine Abwertung im Dollar um acht Prozent die Gewinne um vier Prozent, wobei dieser Effekt wohl nicht vor dem vierten Quartal 2017 greifen würde. Ohnehin sind die Gewinnerwartungen in den USA reichlich hoch. Für das genannte 4. Quartal beispielsweise wird derzeit ein Zuwachs von knapp zehn Prozent erwartet. Da könnte der etwas schwächere Dollar genau jenen Schub bringen, der nötig ist, um die Ziele zu erreichen. Die Dollar-Abwertung bringt auch noch andere Aspekte ins Spiel: für US-Unternehmen ist der schwache Dollar von Vorteil, aber für die europäischen Anleger macht er die Performance bei US-Investments zunichte. Und mittelfristig wird er auch die Gewinne der europäischen Exporteure schmälern, aber das ist eine andere Geschichte . . .

monika.rosen@unicreditgroup.at,
Mag. Monika Rosen,
Chefanalystin, UniCredit
Bank Austria Private Banking
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