Ein Brite, an dem wirklich alles stimmt

Motor / 28.07.2017 • 07:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erste VN-Testfahrten mit dem neuen Range Rover Velar kurz vor der offiziellen Markteinführung.Fotos: werk
Erste VN-Testfahrten mit dem neuen Range Rover Velar kurz vor der offiziellen Markteinführung.Fotos: werk

So aus einem Guss wie der Range Rover Velar, ein solches Auto wird selten geboren.

Land Rover. An diesem Engländer stimmt einfach alles – was man ja in Zeiten wie diesen nicht von allen Briten behaupten kann. Vom brandneuen Rangie, den wir dieser Tage im wahrsten Sinn des Wortes „erleben“ durften, hingegen schon. In jeder Hinsicht top, vor allem aber in einem Design, das ihn zum absoluten Highlight unter den SUV macht. Um klare Linien bemüht, um Proportionen ohne Fug und Tadel, um Reduktion bemüht, geprägt von Raffinesse und Eleganz, völlig frei von jeglichem Blendwerk oder barockem Aufputz: so steht er da als automobiles Gesamtkunstwerk, 4,80 Meter lang, auf großen Rädern, so schlank und rank, dass sogar die Türschnallen in der Versenkung verschwinden müssen, sobald sich der britische Minimalist in Bewegung setzt.

Auf der Piste

Wohin die Reise führen kann weiß man erst, wenn man mit ihm im rauen hohen Norden locker eine (zugegeben schneefreie) ordentlich steile Skipiste bezwungen hat. Nicht in weiten Bögen, sondern in der Direttissima, die Liftstützen entlang, so dass man oft nur den Himmel vor Augen sieht. Das geht weil der Velar eigene „Augen“ hat, die einem am weitläufigen Display den Weg weisen. Das Ganze hinauf und wieder runter.

Das ist nur ein Beispiel für das enorme, mitunter unglaubliche Können des Neulings in der Range-Rover-Familie. Seine ehrgeizigen Väter, die natürlich auf das einzigartige Know-how der Traditionsmarke zurückgreifen können, betrachten den Velar als Midsize-SUV, zwischen dem Evoque und dem Range Rover Sport angesiedelt.

Outstanding

Dieser Positionierung muss man keine kleinliche Bedeutung beimessen. Der Velar ist in diesem Outfit und in dieser umfassenden Qualität absolut „outstanding“. Er wird aus beiden Richtungen Zulauf erhalten und so manche Mitbewerber werden Federn lassen müssen.

Land Rover arbeitet konzentriert und mit Begeisterung an der Fortentwicklung der Allradpalette. Und der Velar ist in seinem Bemühen um die Reduktion aufs Wesentliche zweifelsohne ein Meilenstein auf diesem Weg.

Keineswegs beschränkt aufs Outfit. Er bietet ein großzügiges und luxuriöses Innenleben mit Stil. Einen luftgefederten Ort der Ruhe und Geborgenheit, auch wenn es „draußen“ noch so abenteuerlich zugeht oder einem das Wasser bis zu den Flanken steht. Der Velar hat immer ein Programm, mit dem man ein (Traktions-)Problem lösen kann. Auf Knopfdruck, bergauf, bergab oder wie auch immer.

Zeigt in Churchill-Manier mit einem siegessicheren V auf. V steht im Römischen auch für die Zahl Fünf, in diesem Fall für die fünf Elemente des Velar: Reduktion statt Komplexität, Präzision im Detail, Innovation (siehe versenkbare Türgriffe – und modernstes Hightech natürlich), zu allem bereit auf jedem Terrain. Und: Bewahrung des Range-Rover-Erbes.

Das passt genau und ist auch schon nachvollziehbar. Zu etwas herberen Preisen allerdings, ab 61.300 Euro.

Luxuriöses Innenleben des Velar.
Luxuriöses Innenleben des Velar.
Ein Range Rover in bester Tradition.
Ein Range Rover in bester Tradition.

Fakten

Range Rover Velar

Motoren: sechs Varianten, vom 2,0-Diesel mit 180 PS bis zum 3,0-V6-Kompressorbenziner zu 380 PS.

Preise: ab 61.300 Euro

Markteinführung: im Gange