Malaria plagte schon die alten Römer

Wissen / 28.07.2017 • 14:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zürich. Bisher war man davon ausgegangen, dass die durch Mücken übertragene Malaria erstmals im Mittelalter auf Sardinien Einzug hielt. Wissenschafter der Universität Zürich lieferten nun jedoch Hinweise, dass bereits die alten Römer auf der Insel damit zu kämpfen hatten.

Weil sich die antike DNA des Malaria-Erregers selbst nur sehr schwer gewinnen lässt, untersuchten die Forscher um Claudia Vigano und Abigail Bouwman das Erbgut eines vor rund 2000 Jahren verstorbenen Römers auf Hinweise, dass sich die römische Bevölkerung genetisch an die Seuche angepasst haben könnte. Bestimmte genetische Veränderungen stören den Aufbau der roten Blutkörperchen, in denen sich der Malaria-Parasit normalerweise einnistet, und verleihen so eine gewisse Immunität gegen die Krankheit. Diese genetischen Krankheiten werden auch Thalassämie genannt, und leichte Formen schränken die Gesundheit nicht stark ein. Solche genetischen Veränderungen sind auch heute noch in der Bevölkerung von Gegenden verbreitet, die früher Malaria-Gebiet waren, schrieb die Uni Zürich. So auch auf Sardinien, das seit den 1950er-Jahren malariafrei ist, und in anderen Regionen im Mittelmeerraum. Vigano, Bouwman und ihr Team entdeckten eine für Sardinien typische genetische Veränderung im Erbgut eines Römers, der im Zeitraum zwischen 300 und 100 vor Christus lebte. „Dies ist der erste dokumentierte Fall von genetischer Adaption an Malaria auf Sardinien überhaupt“, erklärte Vigano.