Messerstecher tötet in Hamburger Supermarkt

Welt / 28.07.2017 • 22:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mitarbeiter der Mordkommission sichern die Spuren am Tatort vor dem Supermarkt in Hamburg.Foto: ap
Mitarbeiter der Mordkommission sichern die Spuren am Tatort vor dem Supermarkt in Hamburg.Foto: ap

Passanten überwältigten den Täter. Eine Person starb. Es gibt sechs Verletzte.

hamburg. Freitagnachmittag im Hamburger Stadtteil Barmbek. Um 15.10 Uhr stürmte ein junger Mann in einen Supermarkt auf der Fuhlsbütteler Straße und attackierte Kunden mit einem Küchenmesser. „Wahllos, ziellos“, soll er laut Polizei auf sie eingestochen haben. Zurück blieben ein Toter und sechs Verletzte. Der Täter flüchtete. Zeugen der Bluttat und Passanten überwältigten ihn, noch bevor die Polizei eintraf und ihn festnehmen konnte.

Bei dem Toten geht die Polizei davon aus, dass es sich um einen 50-jährigen Deutschen handelt. Eine 50-jährige Frau sowie vier Männer im Alter von 64, 57, 56 und 19 Jahren erlitten zum Teil schwere Stichverletzungen. Ein 35-Jähriger wurde beim Überwältigen des Tatverdächtigen verletzt.

Zwei Männer, die den Flüchtenden mit dem blutigen Messer in der Hand beobachteten, wollen dessen Ausruf „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) mehrmals gehört haben. In einem Bericht des „Tagesspiegel“ hieß es, bei dem Angreifer handle es sich um einen den deutschen Behörden als Islamist bekannten Palästinenser. Diese Meldung dementierte die Polizei und teilte mit, der Täter sei der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geborene 26-jährige Ahmad A. Seine Staatsangehörigkeit wirdnoch geklärt.

Unklar blieb zunächst auch, ob Ahmad A. aus ideologischen Motiven gehandelt hat. Nach Informationen des „Spiegel“ hatte A., der als Flüchtling nach Deutschland kam und zuletzt in einem Flüchtlingsheim lebte, Kontakte in die Salafistenszene. Allerdings habe er auch unter psychischen Problemen gelitten und Drogen konsumiert, heißt es laut „Spiegel“ in Sicherheitskreisen.

Jetzt ermittelt eine Sonderkommission der Polizei unter Beteiligung der Mordkommission und des Staatsschutzes. Letzterer ist für politisch motivierte Delikte zuständig. Laut Polizei werde weiter in alle Richtungen ermittelt. Dies schließe Ermittlungen des Staatsschutzes ein.