Ricciardo war der Spielverderber

Sport / 28.07.2017 • 22:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zwei Bestzeiten am ersten Trainingstag in Budapest: Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo stahl den Stars am Hungaroring die Show. Foto: gepa
Zwei Bestzeiten am ersten Trainingstag in Budapest: Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo stahl den Stars am Hungaroring die Show. Foto: gepa

Bestzeit in Budapest für den Red-Bull-Piloten, Vettel und Hamilton Nebendarsteller.

Budapest. Nebenrollen für Sebastian Vettel und Lewis Hamilton: Daniel Ricciardo hat den Stars im Titelkampf der Formel 1 die Show gestohlen und den Auftakt beim Großen Preis von Ungarn dominiert. Der Red-Bull-Pilot fuhr im freien Training in 1:18,455 Minuten die deutliche Bestzeit und verwies Ferrari-Pilot Vettel (1:18,638) mit fast zwei Zehnteln Vorsprung auf den zweiten Rang. Hamilton (1:18,779) im Mercedes wurde mit mehr als drei Zehnteln Rückstand nur Fünfter, noch hinter seinem Teamkollegen Valtteri Bottas (1:18,656) und Kimi Räikkönen (1:18,720) im zweiten Ferrari. Im letzten Rennen vor der Sommerpause geht es am Sonntag (14 Uhr) um die Führung im WM-Klassement – nur ein Punkt trennt Spitzenreiter Vettel von Verfolger Hamilton.

Eine enge Kiste

Vor dem Qualifying heute (14 Uhr) scheint es nun allerdings, als könne Red Bull die Besonderheiten des Hungaro­rings für eine Überraschung nutzen. Der kurvige Kurs mit wenig Vollgasanteil kommt dem starken Chassis des Ex-Weltmeisterteams entgegen, die Motorleistung ist weniger entscheidend. „Es wird eine große Herausforderung, weil es keine Powerstrecke ist“, sagte auch Hamilton: „Es dürfte ziemlich eng zwischen den Top-Teams zugehen.“

Gerade unter diesen Voraussetzungen will Hamilton „wieder den Unterschied machen“, sagte der Engländer, der mit fünf Ungarn-Siegen Rekordhalter vor den Toren Budapests ist. Nach zwei Monaten ohne Sieg steht Vettel indes unter Druck, kurz vor der Pause droht ihm diese lange Zeit so starke Saison zu entgleiten. Der Deutsche will die Negativserie allerdings nicht überbewerten und verweist auf viele Zwischenfälle in den vergangenen Rennen – zuletzt war es der Reifenschaden kurz vor Schluss in Silverstone. „Manchmal fliegt die Scheiße in den Ventilator“, sagte er in Ungarn grinsend: „Und dann wird es eben unangenehm. Zuletzt ist vieles zusammengekommen. Wir sollten uns mit den Rennen beschäftigen, die gut für uns liefen. Und davon gab es einige.“

Ferrari bleibt an Bord

Pascal Wehrlein bereitete seinem Sauber-Team jede Menge Arbeit, als er nach knapp einer Stunde von der Strecke flog und seinen Boliden beim Einschlag in die Reifenstapel zerstörte. Das Training musste unterbrochen werden, Wehrlein blieb offenbar unverletzt. Sein Team hat die Motorenfrage geklärt: Ferrari liefert weiter den Antrieb.

Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Daniel Ricciardo