Rotation kommt in Schwung

Sport / 28.07.2017 • 20:16 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Altach-Trainer Klaus Schmidt in seinem Element. Aufgrund der vielen Ausfälle muss der 49-Jährige gegen die Admira erneut ein gutes Händchen beweisen.Foto: apa
Altach-Trainer Klaus Schmidt in seinem Element. Aufgrund der vielen Ausfälle muss der 49-Jährige gegen die Admira erneut ein gutes Händchen beweisen.Foto: apa

Cashpoint SCR Altach mit neuen Kräften am Sonntag in der Liga gegen die Admira.

Gent. An Schlaf war in der Nacht nach dem Spiel nicht zu denken. „Vielleicht zwei Stunden“, meinte Altachs Chefcoach am Tag danach. Auch für Klaus Schmidt war die Partie in Gent (1:1) sehr intensiv, wirklich thematisieren aber wollte der 49-Jährige die Sache nicht. „Im Moment ist es einfach so, dass jedes Spiel für mich etwas Besonderes ist.“ Genau diese Einstellung versucht der Trainer seinen Spielern zu vermitteln. Kein Zerreden der Intensität oder Müdigkeit, um auch keine Ausreden zu liefern. Vielmehr steht die Freude im Vordergrund. Wie immer hat der Steirer auch dafür die richtigen Worte. „Keine Gesichter schneiden“, meint er im Hinblick auf das anstehende zweite Ligamatch am Sonntag (18.30 Uhr) in der Südstadt. Schmidt, der noch gestern Vormittag in Gent mit den Ersatzspielern sein gewohntes Programm durchzog, will heute in Wien beim Training kein Risiko mehr eingehen. Zu sehr ist die Kadergröße nach den Ausfällen von Louis-Clement Ngwat-Mahop, Andreas Lienhart und auch Emanuel Sakic angespannt. Zumal die Spieler in der belgischen Hauptstadtphysisch an ihre Grenzen gegangen sind.

Das angesprochene Trio blieb nicht in Wien, sondern reist noch heute zurück nach Vorarlberg. Grund dafür waren die beiden Muskelverletzungen von Lienhart, dieses Mal im linken Bein, sowie Ngwat-Mahop (Oberschenkel), die man abgeklärt haben wollte. Schmidt wollte eine klare Diagnose, auch wenn er selbst nicht an einen längeren Ausfall der beiden denkt. Bei Sakic (26) war nach dem Spiel und der Rückkehr ins Hotel die Übelkeit so vordergründig, dass sich die sportliche Leitung dazu entschloss, den Spieler vorzeitig nach Hause zu schicken.

Spannung weiter halten

Trotz des höheren Niveaus von Gent hat man beim SCRA Blut geleckt. „Wir wollen weiterkommen, auch wenn es in zwei Head-to-Head-Spielen gegen eine solche Mannschaft extrem schwer sein wird.“ Man habe schon eine gehörige Portion Glück gehabt, blickt Schmidt angesichts der drei Aluminiumtreffer der Belgier zurück. Andererseits wäre bei einem optimalen Spielverlauf das 2:0 möglich gewesen. Wirklich positiv stimmt den Coach die Tatsache, dass man unter seiner Regie bislang in jedem Spiel getroffen hat. Zudem lege die Mannschaft eine Reife an den Tag, die wirklich gut ist. Ob dieser Entwicklung gibt es von ihm deshalb ein Sonderlob an die Spieler. Jetzt gelte es eben, alle auf Spannung zu halten. Schmidt verrät auch, wie er dieses Vorhaben bewerkstelligen möchte: „Egal, wer am Sonntag spielt, wir müssen gierig darauf sein, weiter zu punkten.“

Dem Spiel am Sonntag will man sich ohne weiteren körperlichen Stress nähern. So wartet heute in Wien ein Erholungsprogramm mit Auslaufen, Gymnastik, Lockerungsübungen sowie eine kurze Fußballeinheit. „Damit sich niemand mehr verletzt“, nimmt es Schmidt mit ein wenig Humor.

Zwei Kandidaten

Nachdenklicher wird er in Sachen Aufstellung. Da wird er entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten zur Rotation praktisch gezwungen. Zum einen aufgrund der Ausfälle, andererseits ob des dichtgedrängten Spielprogramms. So will er sich erst nach dem Samstag-Training bezüglich des Kaders entscheiden. Was die nun vakante Außenposition rechts in der Defensive betrifft, so nennt er erst drei mögliche Lösungsansätze: „Salomon, Zech oder eine Systemumstellung.“ Bei nochmaliger Nachfrage reduziert er schließlich auf zwei: „Salomon oder Zech.“

Vor allem im Hinblick auf das EL-Quali-Rückspiel am Donnerstag in Innsbruck ist wohl Benedikt Zech gefragt. Der 26-jährige Ludescher, der sich in einer beneidenswerten Form befindet, soll sich dann um den gefinkelten Moses Simon (22) kümmern, der mit Schnelligkeit und Dribbelkünsten für sehr viel Gefahr gesorgt hat.

Eine solche Intensität spürt man in Österreich vielleicht in den Spielen gegen Salzburg, sonst nicht.

Klaus Schmidt

Teamnews

FC Admira Wacker Mödling

Aufstellung (4-2-3-1): Leitner; Zwierschitz, Wostry, Strauss, Ebner; Lackner, Toth; Sax, Knasmüllner, Starkl; Grozurek

Ersatz: Kuttin; Maranda, Holzmann, Kalajdzic, Posch, Schmidt, Jakolis, Spiridonovic

Es fehlen: Carbrera, Fischerauer (beide im Aufbautraining nach langwierigen Verletzungen)

Fraglich: Holzmann (Adduktorenprobleme)

Cashpoint SCR Altach

Aufstellung (4-1-4-1): Kobras; Zech, Zwischenbrugger, Netzer, Schreiner; Müller; Gebauer, Patrick Salomon, Stefan Nutz, Ngamaleu; Aigner

Ersatz: Dmitrovic; Janeczek, Dobras, Galvão, Grbic, Piesinger, Daniel Nussbaumer

Es fehlen: Lienhart, Ngwat-Mahop (beide Muskelprobleme), Lukse (nach Schulter-OP), Prokopic (rekonvaleszent), Sakic (krankheitsbedingt)