Sonnenschutz ist auch bei der Arbeit wichtig

Gesund / 28.07.2017 • 07:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie in der Freizeit sollte auch bei der Arbeit ein guter Sonnenschutz niemals fehlen. Foto: vn/steurer
Wie in der Freizeit sollte auch bei der Arbeit ein guter Sonnenschutz niemals fehlen. Foto: vn/steurer

Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, deutlich.

Wien. Die Belastung durch Sonnenstrahlen ist nicht, wie viele glauben, von der Temperatur, sondern von der Jahreszeit abhängig: „Von April bis Anfang September ist die UV-Strahlung generell am höchsten. Insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr erreicht sie Höchstwerte und daher ist Sonnenschutz notwendig“, betont Emmerich Kitz von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). „Eincremen ist aber beim Arbeiten im Freien zu wenig. Nur ein umfassendes Sonnenschutzkonzept schützt zuverlässig vor Haut- und Augenschäden“, erklärt Kitz weiter.

Starke Belastung

Schädlich an der Sonne sind vor allem die UV-A- und UV-B-Strahlen. Jeder Sonnenbrand, vor allem in jungen Jahren, erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Aber auch für die Augen stellt die Sonne ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Vor allem Horn- und Bindehautentzündung oder grauer Star zählen zu den möglichen Schäden.

Der am stärksten UV-belastete Bereich ist der Nacken, das ergab eine Studie der AUVA bei Bauarbeitern und Spenglern. Bei den Studienteilnehmern wurde der tolerierbare Wert für die durchschnittliche UV-Strahlung des Nackens um das bis zu Vierzehnfache überschritten. Der Selbstschutz der Haut reicht daher für einen achtstündigen Arbeitstag nicht aus. Zudem war bei den Testpersonen auch die Belastung der Augen deutlich erhöht. Sonnenbrillen sind speziell bei reflektierenden Oberflächen (Blechbearbeitung, Höhenbaustellen) notwendig.

Schutz für Haut und Augen

Die wirksamste Maßnahme für die Erhaltung der Gesundheit von Haut und Augen ist das Vermeiden direkter Sonneneinstrahlung. Arbeiten sollten nach Möglichkeit in Innenräume verlegt oder Arbeitsplätze mit Sonnensegeln und Sonnendächern beschattet werden. Um die UV-Belastung des Einzelnen zu reduzieren, kann auch die Rotation von Arbeitskräften helfen.

Wenn technische und organisatorische Maßnahmen ausgeschöpft sind, kommt die persönliche Schutzausrüstung zum Einsatz. An erster Stelle steht hier Kleidung mit dem Sonnenschutzfaktor UPF 50+, das heißt die Belastung durch UV-Strahlung wird mindestens auf ein Fünfzigstel (zwei Prozent) reduziert und dadurch eine Hautschädigung vermieden. Den Schweiß nach außen leitet moderne Funktionskleidung, beispielsweise aus Mikrofaser, ab und kann sogar einen kühlenden Effekt haben. Mit einem zusätzlichen Nackenschutz sollten Kappen oder Arbeitshelme ausgestattet sein, um den besonders betroffenen Nacken zu schützen. Unbedeckte Körperstellen sollten unbedingt mit Sonnenschutzmitteln eingecremt werden.

Zum Schutz der Augen empfiehlt die AUVA eine Sonnenbrille mit passendem UV-Filter, die das Auge vollständig abdeckt. Die Brille muss als PSA (Persönliche Schutzausrüstung) bei der Arbeit ein CE-Kennzeichen haben sowie eine Schutzstufe nach „EN 172“ aufweisen. Ein Optiker kann bei Unklarheiten den UV-Schutz eines Brillenglases rasch und einfach feststellen.

Der richtige Schutz

» direkte Sonne und Mittagssonne meiden

» flexible Arbeitszeit nützen

» nie länger als unbedingt notwendig in der Sonne bleiben

» Arbeitsbereich beschatten

» Kleidung und Sonnenschutzbrille tragen

» möglichst viel Haut bedecken (Kopf, Nacken)

» unbedeckte Körperstellen eincremen (insbesondere Ohren, Nase, Lippen, Unterarme)