Zum Gedenken

Vorarlberg / 28.07.2017 • 15:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Brigadier i. R. Anton Fliri

Baumkirchen, Bludesch. Brigadier i.R. Anton Fliri ist im 95. Lebensjahr am 22. Juni 2017 zur großen Armee eingerückt. Am 28. Juni gab ihm auch eine Abordnung von Weggefährten aus seiner beinahe zwanzigjährigen Aktivdienstzeit in Vorarlberg das letzte Geleit. Anton Fliri, allgemein Toni genannt, wurde am 29. Juli 1922 als jüngstes von vier Kindern eines Schulleiters und Bauern in Baumkirchen geboren. Dreijährig verlor er seine Mutter. Die Matura legte er in Schwaz ab. Er rückte im August 1941 in Garmisch zur Rekruten- und Fahnenjunkerausbildung ein, danach stand er als Unteroffizier, später als Offizier an der Ostfront im Einsatz. Bei Kriegsende entzog er sich der drohenden russischen Kriegsgefangenschaft durch Flucht. Toni Fliri wurde dreimal verwundet und mit dem Verwundetenabzeichen, den beiden Eisernen Kreuzen und dem Kubanschild ausgezeichnet. Bei einem Genesungsurlaub lernte er die deutsche Krankenschwester und spätere Gattin Betty kennen und heiratete diese im Juni 1944. Zwei Söhne, Hans 1944 und Anton 1949, entsprossen der Ehe. Nach der Kriegsheimkehr arbeitete er erst am elterlichen Hof, ab 1946 diente er sich bei der Firma Swarowski vom Hilfsarbeiter bis zum Abteilungsleiterstellvertreter hoch. Anfang April 1956 trat Toni Fliri totz deutlich reduzierter Entlohnung als Oberleutnant in das junge Bundesheer ein. Es folgten Verwendungen als Ausbildungsoffizier an der Infanteriekampfschule in St. Johann im Pongau und von Juni 1957 bis Ende 1966 Kommandantenfunktionen bei verschiedenen Kompanien des Tiroler Jägerbataillons 22, zuletzt als stellvertretender Bataillonskommandant. Im Jänner 1967 übernahm Toni Fliri das Kommando über das Jägerbataillon 23, welches in Bregenz, Lochau und Imst stationiert war. Mit seinem Bataillon stand er 1967 nach den Sprengstoffanschlägen in Südtirol zwischen Reschen und Brenner im Grenzsicherungseinsatz. Von 1973 bis 1985 bekleidete er die Funktion des Stellvertretenden Militärkommandanten von Vorarlberg und des für Einsatzführung und Ausbildung verantwortlichen Abteilungsleiters. Während dieser Zeit bemühte er sich unermüdlich um die Verbesserung der Organisationsstruktur und der Kasernensituation in Vorarlberg. Die Errichtung der Walgaukaserne in Bludesch und des Heeresleistungssportzentrums in Dornbirn sind maßgeblich auch seiner Hartnäckigkeit im Umgang mit verschiedensten beteiligten Stellen zu verdanken.

Seine Leistungen wurden durch Auszeichnungen der Republik und die Verleihung des Ehrenrings des Militärkommandos gewürdigt. 1985 verabschiedete er sich als Brigadier in den Ruhestand sowie zurück nach Baumkirchen. Fleiß, Beharrlichkeit, hohe Sozialkompetenz prägten sein Wirken als Offizier und Mensch, was ihm sehr hohe Wertschätzung brachte.

Trotz seines Wohnsitzes in Tirol pflegte er regelmäßigen Kontakt bei Veranstaltungen der Offiziersgesellschaft und der Gesellschaft Vorarlberger Militärmuseum. Einem schon geplanten Kameradenbesuch in Vorarlberg kam der Tod zuvor. Alle, die ihn gekannt haben, werden ihn als vorbildlichen Offizier und Menschen in Erinnerung behalten.

  Oberst Prof. Erwin Fitz