Auto Gerster gibt am Standort Dornbirn Gas

Markt / 30.07.2017 • 18:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Traditionsautohaus Gerster baut Haupt­standort Dornbirn aus und sucht Partner.

Dornbirn. Wer mit der Automarke Opel handelt, hat sich in den vergangenen Jahren eine gewisse Gelassenheit antrainiert. Denn die Nachrichten aus Rüsselsheim oder Detroit, den Standorten des deutschen Autoherstellers und seiner amerikanischen Mutter General Motors, sind nicht dazu angetan, Ruhe ins Geschäft zu bringen. Doch das soll jetzt endgültig anders werden. Opel wird Teil der Groupe PSA (Peugeot, Citroen, DS), des drittgrößten europäischen Autobauers. Den Milliardendeal hat inzwischen auch die EU abgenickt.

Keine Änderungen

„Für unsere Kunden wird sich nichts ändern“, beteuert Christoph Gerster, Geschäftsführer und Inhaber von Vorarlbergs Opel-Haupthändler. Auch im Händlernetz sieht er keine Veränderungen: „Vorarlberger Peugeot- und Citroenhändler werden weiter ihre Marken verkaufen und wir unsere“, so Gerster. Alle Marken haben ihre Kundschaft und sind in jeweils anderen Segmenten stark, so Gersters Botschaft auch an jene Kunden, die durch die Veränderung in der Eigentümerschaft des Autobauers Opel verunsichert sind.

Von Verunsicherung ist bei Gerster, immerhin seit 1936 Händler der Marke Opel und heute außerdem mit den Marken Ford und Suzuki sowie dem markenunabhängigen LakaZe (Lack- und Karosseriezentrum) am Markt, nichts zu spüren. Im Gegenteil: Noch im Herbst hofft Christoph Gerster mit den Bauarbeiten für den Um- und Ausbau des Hauptquartiers im Dornbirner Schwefel beginnen zu können. Insgesamt 2,75 Mill. Euro sind für den Neubau des Ford-Autocenters, die Adaptierung des ehemaligen Stein-Vetter-Areals sowie eine neue Waschanlage budgetiert, die Planung ist abgeschlossen. Die Erweiterung ist notwendig, denn der Platz wurde zunehmend knapp. Das Ford-Center wird auf dem Platz der ehemaligen Diskonttankstelle gleich neben dem bestehenden Betrieb entstehen.

Die Zahlen 2016 zeigen, weshalb mehr Platz gebraucht wird. Insgesamt 3100 Autos (rund zehn Prozent davon von den Händlern Oberlandgarage und Ford Ragg) wurden im vergangenen Jahr verkauft, davon 2500 Neuwagen. Bei Nutzfahrzeugen bis 5,5 Tonnen ist Gerster mit Ford und Opel 2016 Marktführer in Vorarlberg. Knapp 60 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr umgesetzt, 162 Mitarbeiter werden beschäftigt und es werden weiterhin Mitarbeiter gesucht.

Partner gesucht

Auch die Partner-Betriebe sollen mehr werden. Wie eine solche Partnerschaft funktioniert, zeigt das  Beispiel der Firma Schwendinger und Kussian. Die Betreiber des Partner-Autohauses kümmern sich um Verkauf und Service, die Firma Gerster stellt ihre Infrastruktur zur Verfügung, d. h. Buchhaltung, Kalkulation, Fahrzeugbeschaffung sowie Test- und Leihfahrzeuge.

Doch eines liegt dem Dornbirner Autohändler derzeit im Magen, obwohl seine Marken gar nicht betroffen sind: „Ich bin für E-Mobilität und saubere Motoren. Doch die derzeitige Diskussion wird sehr unsachlich und oft unfair geführt.“ 

Auto Gerster Fakten

» Gegründet: 1936

» Geschäftführung, Gesellschafter: Christoph Gerster, Fam. Gerster

» Umsatz 2016: 59 Mill. Euro (+23,9%)

» Mitarbeiter: 162 (22 Lehrlinge)

» Investitionen: Neubau Ford 2 Mill. Euro, Vetter-Areal 250.000 Euro, Waschanlage 500.000 Euro

» Marken: Opel, Ford, Suzuki

» Betriebe: Auto (Dornbirn Bludenz, Koblach), Lakaze (Dornbirn, Bludenz)