Eine Hilfe, die motivierte

Wetter / 30.07.2017 • 18:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In ruhigeren Stunden zieht sich Katharina Marte gerne mit einem interessanten Buch auf die Couch zurück. Foto: vn/mm
In ruhigeren Stunden zieht sich Katharina Marte gerne mit einem interessanten Buch auf die Couch zurück. Foto: vn/mm

Was sie selbst einmal an Unterstützung erhielt, gibt Katharina Marte jetzt zurück.

dornbirn. (VN-mm) Alleinerziehend, zwei Kinder, ein Beruf: Irgendwann stieß Katharina Marte an ihre Grenzen. Doch sie zögerte nicht und holte sich Hilfe bei den Familienimpulsen des Vorarlberger Kinderdorfs. „Ich war auf der Suche nach einer männlichen Begleitperson für meine Kinder“, erzählt sie.

Gefunden hat Marte einen jungen Mann, der diese Aufgabe bis heute wahrnimmt. „Obwohl er inzwischen selbst eine Familie hat, ist er nach wie vor auch für meine Tochter und meinen Sohn da“, freut sich die Mutter. Außerdem hat sich eine Freundschaft entwickelt, die beide Seiten nicht mehr missen möchten.

Hilfe als Motivation

Bei Katharina Marte bewirkte die Unterstützung, die sie durch die Familienimpulse  erfahren hat, noch etwas anderes. Sie war Motivation, selbst ehrenamtlich in dieser Initiative tätig zu werden. Seit Anfang des Jahres begleitet sie eine junge, ebenfalls alleinerziehende Mutter mit zwei kleinen Kindern. „Ich habe gesehen, was mit ein bisschen Hilfe alles möglich ist“, schildert die Büroangestellte ihren hauptsächlichen Beweggrund, sich einzubringen. Ein anderer ist, dass es zunehmend schwieriger werde, eine Leistung umsonst zu bekommen. „Warum muss immer für alles bezahlt werden?“, fragt sich Katharina Marte. Menschen könnten einander doch auch einmal etwas schenken, meint sie und nennt im gleichen Atemzug Zeit als das wohl schönste Geschenk, das jemand geben könne.

Sie selbst geizt damit nicht. Alle zwei Wochen verbringt Katharina Marte einen Nachmittag mit dem kleineren der Kinder, damit die Mutter mehr Zeit für die ältere Tochter hat. „Der Bub beginnt zu laufen, da braucht er entsprechend viel Aufmerksamkeit“, sagt Marte. Während sie mit dem Jungen etwas unternimmt, kann sich die Mutter etwas intensiver um das dreijährige Mädchen kümmern. Eine Entlastung, die beiden guttut. „Und mir beschert es jedesmal aufs Neue einen Sonnenscheinnachmittag“, merkt Katharina Marte mit einem Lächeln an. Rückhalt bei ihrem ehrenamtlichen Engagement erhält sie auch von den eigenen Kindern. Das bestärkt sie zusätzlich.

Auch das soziale Umfeld reagiert positiv. „Es sollte mehr gegenseitige Unterstützung geben“, hört Katharina Marte allenthalben, obwohl sie ihr Tun nicht an die große Glocke hängt. Doch sie ist mit Herz dabei. „Ohne das geht es nicht.“ Wichtig ist ihr außerdem der Rückhalt, den sie durch die Projektleitung jederzeit hat. Bei Unsicherheiten kann sie nachfragen, wann immer es sein muss. „Es wird gut dazugeschaut“, empfindet die Naturfreundin das jedoch nicht als Kontrolle, sondern als ein sich um die Menschen kümmern. Schließlich gehe es um ein gutes Miteinander. Das lasse sich nur erreichen, wenn die, die Unterstützung geben, und die, die Unterstützung brauchen, zusammenpassen. Katharina Marte hat ihre Familie jedenfalls gefunden.

Mir beschert es jedesmal einen Sonnenscheinnachmittag.

Katharina Marte

Zur Person

Katharina Marte

Geboren: 1977

Wohnort: Dornbirn

Familie: zwei Kinder

Beruf: Büroangestellte

Hobbys: Lesen, Natur, Wandern, die Familienimpulse