„Fühle mich in Wien wie zu Hause angekommen“

Menschen / 30.07.2017 • 22:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Jessica Schwarz spricht über ihre Wahlheimat, ihren neuen Film und über Esoterik.

Hamburg. (lh) Vor Kurzem hat Jessica Schwarz in Hamburg den Krimi „Zum Sterben zu früh – Reich oder tot“ abgedreht. In der Romanverfilmung „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“ ist die 40-Jährige derzeit in den Kinos zu sehen.

Sie sind seit 2010 mit dem österreichischen Kameramann Markus Selikovsky liiert und haben sich für ihn auch in Wien angesiedelt. Wie weit ist das „Wienertum“ bei Ihnen bereits gediehen?

Schwarz: Alles super. Es wird eigentlich immer schöner. Ich bin jetzt sechseinhalb Jahre hier und fühle mich im Moment wie zu Hause angekommen. Einmal pro Woche gehe ich reiten, ich kenne alle Läden, wo man gut einkaufen oder essen kann, und ich genieße auch das Wetter, das in Deutschland bei Weitem nicht so gut ist.

Im Film „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“ verkörpern Sie eine junge Frau namens Kati, die mit dem Arzt Felix verheiratet ist. Doch langsam nagt der Alltagsstress an dieser Beziehung, Kati lernt einen charmanten Künstler kennen und verliebt sich ihn in. Nach einem schweren Autounfall wacht sie plötzlich in der Vergangenheit auf, und sie hat die Gelegenheit, ihr Beziehungsleben neu zu organisieren. Esoterik, zweite Chance – mögen Sie das?

Schwarz: Es war schön, dass ich in Projekten wie „Jesus liebt mich“, „Kammerflimmern“ oder „Der Mann, der über Autos sprang“ dabei sein durfte. Alles ein bisschen skurril, doch deswegen geht man ja auch ins Kino.

Wie waren die Reaktionen auf das „Gras“ in Deutschland?

Schwarz: Ich habe den Film zu Festival-Einsätzen begleitet und miterlebt, dass die Menschen nachher sehr viel darüber redeten. Paare kamen auf mich zu und erzählten mir, nach Besuch des Streifens würden sie einander viel inniger küssen.

Wie stehen Sie selbst zu Esoterik, zur zweiten Chance?

Schwarz: Mein Vater ist im Jänner gestorben. Es war ein harter Schicksalsschlag für die ganze Familie. Ich wünsche mir so sehr, dass es eine andere Energie gibt. Stärker als die, die wir hier haben, und dass er sich nun in dieser Energie befindet. Natürlich denke ich oft daran, was ich ihm gern noch gesagt hätte.

Esoterik also – ja oder nein?

Schwarz: Ich bin schon eine, die an gewisse Dinge glauben möchte. Es ist, wenn man das kann, wohl auch für die Selbstheilung wichtig. Ich stelle mir oft auch die Frage nach schicksalshaften Begegnungen. Gibt es die, wie im Film? Noch bin ich zu keiner Antwort gekommen, aber das hat ja Zeit. Ich bin im chinesischen Sternzeichen der Schlange geboren, die gelten dort als schön und weise, und in diesem Sinne interessiere ich mich auch sehr für Astrologie.

Was können Sie über die Dreharbeiten zu „Zum Sterben zu früh“ erzählen?

Schwarz: Auch da war ich von Österreichern umringt. Hier waren es Fritz Karl und Nicholas Ofczarek. Nicholas ist der „good cop“, Fritz der „bad cop“. Ich spiele seine Frau. Das Format – auch Birgit Minichmayr hat schon einmal mitgewirkt – kommt sehr gut an, und ich glaube, dass es fortgesetzt wird.