Für Lauda ist Halo-System der „größte Rückschritt“

Sport / 30.07.2017 • 21:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Hält nichts vom Halo-Bügel: Niki Lauda. Foto: gepa
Hält nichts vom Halo-Bügel: Niki Lauda. Foto: gepa

Der Ex-Weltmeister sieht die Formel 1 auch ohne den Cockpit-Schutz als sicher.

Budapest. Niki Lauda hat die Einführung des Cockpitschutzes Halo zur kommenden Saison mit markigen Worten kritisiert. „Fürchterlich, es bringt der Formel 1 nichts. Das ist der größte Rückschritt“, sagte der Aufsichtsratschef des Mercedes-Rennstalls am Rande des Qualifyings zum Großen Preis von Ungarn bei RTL: „Jeder soll sich entscheiden, ob er einen Kiosk aufmachen oder in der Formel 1 fahren will.“

Die Königsklasse sei auch ohne diesen Schutz „extrem sicher“, sagte der 68-jährige, dreimalige Formel-1-Weltmeister, der 1976 auf dem Nürburgring einen Feuerunfall nur knapp überlebt hatte. Lauda klagte den Automobil-Dachverband an, der Formel 1 durch den Beschluss das Flair zu rauben: „Alle sind nur noch auf Sicherheit aus, es darf nichts mehr passieren. Die FIA hat Angst vor Klagen, deshalb wird die Formel 1 immer weiter verunstaltet. Das nächste Mal passiert wieder was, dann kommt ein ganzer Käfig drüber.“

Die Halo-Konstruktion umfasst zwei Streben aus Titan, die seitlich am Cockpit nach vorne geführt werden und frontal in einer Hauptstrebe zusammenlaufen. Dieser Schutz soll ganze Autos, größere Trümmerteile oder Reifen aufhalten. Laut einer FIA-Studie soll die Überlebenschance durch den Halo in verschiedenen Unfallszenarien um 17 Prozent steigen.