„Junge Menschen nicht kriminalisieren“

Vorarlberg / 30.07.2017 • 22:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Haller: „Cannabis ist längst zur Volksdroge geworden“. Foto: VN
Haller: „Cannabis ist längst zur Volksdroge geworden“. Foto: VN

Landesdrogenbeauftragter Reinhard Haller fordert Gesetzesänderungen für Cannabis.

Feldkirch. Weil junge Menschen kriminalisiert würden, fordert der Landesdrogenbeauftragte Reinhard Haller Gesetzesänderungen für Cannabis. Die Staatsanwaltschaft winkt ab. Für Bernhard Amann, Obmann von “Legalize! Österreich” gehen Hallers Vorschläge nicht weit genug.

Wie Haller gegenüber dem ORF argumentiert, sei Cannabis längst zu einer Volksdroge geworden. 32 Prozent der jungen Menschen in Vorarlberg hätten bereits „Probier-Erfahrungen“, so Haller. Doch diese Menschen werden kriminalisiert, da Besitz und Konsum nach wie vor strafrechtlich geahndet werden. Bis zu einer gewissen Menge sollten Besitz und Konsum aus dem Strafrecht gestrichen werden. Ersatzweise sollte es dem Verwaltungsrecht unterstellt werden. Wilfried Siegele, Leiter der Staatsanwaltschaft Feldkirch, kann dem Haller-Vorschlag nichts abgewinnen. 90 Prozent der erwischten Ländle-Konsumenten würden ohnedies nicht bestraft. Die von Haller angesprochene Kriminalisierung gebe es nicht.

Und laut Bernhard Amann, Obmann von „Legalize Österreich“ habe Hallers Vorschlag „absolut nichts“ mir einer Entkriminalisierung von Cannabisgebrauch zu tun: „Denn gerade mit den Bezirksverwaltungsbehörden gibt es aktuell immer wieder Probleme.“ Deren Handhabung bei Führerscheinangelegenheiten und Betreuungsauflagen sei vielfach überzogen.