Mercedes musste trotz der hohen Schulden her

Vorarlberg / 30.07.2017 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Über den Verhältnissen gelebt: 33-Jähriger leistete sich Nobelwagen und wurde wegen Betrugs verurteilt.

Feldkirch. (ec) Auf Montage verdiente der wegen des Vergehens des schweren Betrugs angeklagte Mann einmal 5000 Euro brutto, dann rutschte der Verdienst aber wieder weit nach unten und blieb in bescheidenem Rahmen. Wegen Streitigkeiten mit einem Kollegen verlor er seinen Job. Scheidung, teure Wohnung und dann noch ein Auto, das er sich nicht leisten konnte. „Ich hatte einen gehobenen Lebensstandard, aber ich dachte immer, dass ich es trotzdem schaffe“, meint der Facharbeiter bei seiner Einvernahme am Landesgericht Feldkirch. Doch die Miete verschlang bereits 1000 Euro, dazu kamen Betriebs- und Lebenshaltungskosten. „Lebten Sie nicht weit über Ihre Verhältnisse, weil Sie mit Geld nicht so gut umgehen konnten?“, versucht Verteidigerin Andrea Concin der Ursache des finanziellen Fiaskos auf den Grund zu gehen. Nur zögerlich räumt der Mann, der immer noch 30.000 Euro Schulden hat, ein, dass er den Überblick verlor.

Etliche Vorstrafen

Konflikte mit dem Strafgesetz sind für den Mann nicht ganz neu. Betrug, Diebstahl, Sachbeschädigungen, Hausfriedensbruch und andere Verurteilungen, sechs an der Zahl, säumen seinen Lebensweg. Anfangs zahlte der Facharbeiter 5000 Euro für den Wagen an, doch dann geriet er mit den Leasingraten ins Stocken. Auch die Versicherung blieb auf der Strecke, ebenso die Bezahlung der Wohnungsmiete. Ein Nervenzusammenbruch kam zu allem Überfluss auch noch dazu. Vor der Polizei log der Mann bei seiner Einvernahme. „Ich hatte einen guten Job und Zahltag, ich dachte, ich könnte mir den Wagen leisten“, sagte er damals. In Wirklichkeit war er zum betreffenden Zeitpunkt bereits arbeitslos. Ein Jobangebot bei einer Tankstelle lehnte er ab, weil er damit nach Bezahlung der Wohnungsmiete genau noch 100 Euro übrig gehabt hätte.

Kein Ausweg

Somit führt auch dieses Mal kein Weg an einer Verurteilung wegen Betrugs vorbei. „Sie wussten, dass Ihre finanzielle Situation sehr prekär war“, so die Richterin. Dennoch leistete sich der Mann den teuren Wagen. Zu allem Unglück wurde das Fahrzeug noch in einen Unfall verwickelt und erheblich beschädigt. Als Strafe gab es nun wegen schweren Betrugs drei Monate bedingte Haft plus 6720 Euro unbedingte Geldstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ich hatte einen guten Job und Zahltag, ich dachte, ich könnte mir den Wagen leisten

Der Angeklagte