Zum Gedenken

Vorarlberg / 30.07.2017 • 17:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Theresia Metzler

Andelsbuch. Ein besonderes Leben mit besonderen Lebensumständen hat in den letzten Wochen ein Ende gefunden. Theresia Metzler, oder „Hügro Thres“, als die sie liebevoll in Erinnerung bleibt, hat mehr als 90 Jahre lang gelebt, davon 62 Jahre lang als Witwe. Sie ist 1924 in Andelsbuch Zum Fahl in eine Familie mit zehn Kindern geboren. Eine eher kleine Landwirtschaft und eine Wagner-Werkstätte sicherten den Lebensunterhalt dieser großen Familie. Ein Bruder ist als Schulkind gestorben, und drei ihrer Brüder sind im Zweiten Weltkrieg gefallen. Der Tod war ein unerbittlicher Begleiter ihrer Jugendjahre. Die Mitarbeit im Elternhaus war notwendig und für sie selbstverständlich bis zur Heirat im Jahr 1950 mit Anton Metzler von der Säge im Moos. Ihr landwirtschaftliches Anwesen auf „Hügro“, Parzelle Ober-Heidegg, war damals nur zu Fuß oder mittels Kleinfuhrwerk, gezogen von Rind oder Pferd, zu erreichen und auch sonst wegen der Hügellage erschwert zu bewirtschaften.

Kurzes Eheglück

Nur fünf gemeinsame Ehejahre waren dieser jungen Familie gegönnt, beschenkt mit den Geburten der drei Söhne Josef, Hans und Anton. Der Letztgenannte war gerade fünf Monate alt, als der Vater nach einer zu spät erkannten Hirnhautentzündung im Jahr 1955 starb.

Nun war der Zusammenhalt der Familien gefordert und hat sich auch bewährt. Die Eltern und Geschwister von Thres sorgten für den Erhalt und Weiterbestand der Landwirtschaft und haben mit Bäsle Johanna von der Säge die aufwachsenden Buben betreut, während deren Mutter in der Strumpffabrik Kunert, später in der Kleiderfabrik Mayer in Egg den Lebensunterhalt verdiente.

Karg war diese Zeit, und trotzdem oder gerade deshalb war der Mutter eine gute Ausbildung ihrer Buben sehr wichtig. Josef und Hans sind in den Lehrberuf eingestiegen, Tone konnte im Lauf der Jahre seine Landwirtschaft erweitern und maschinell besser ausstatten.

Musik und musikalische Förderung und das Bereiten von Freude in vielen Bereichen war und ist in diesen Familien nicht nur Hobby, sondern sehr wesentliche Lebensgestaltung. Daran hatte auch Thres große Freude und nahm rege Anteil an diesen Werdegängen und selbstverständlich auch an den sechs Enkeln und neun Urenkeln. Mit diesen hat sich der starke familiäre Zusammenhalt wieder gezeigt und gefestigt, denn sonst wäre der Verbleib der Mutter auf ihrer geliebten „Hügro“ bis zum Lebensende nicht zu schaffen gewesen.

Nach einem Schlaganfall 2013 haben die Gebrechen des Alters ihre Kräfte aufgezehrt. Ein langes, erfülltes, arbeitsreiches Leben, getragen von großem Gottvertrauen findet jetzt in der ewigen Heimat seine letzte Vollendung.