Ein Sommer und viel Arbeit auf 1200 Metern

Vorarlberg / 31.07.2017 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Bis ein Käse reif ist, habe ich ihn mindestens 100 Mal umgedreht.“
„Bis ein Käse reif ist, habe ich ihn mindestens 100 Mal umgedreht.“

Die Familie Sieber aus Schwarzenberg verbringt den 22. Sommer auf der Alpe Oberlose.

Schwarzenberg. (VN-ger) Wenn sich Lothar Sieber über den dampfenden Kupferkessel beugt, dann muss es schnell gehen. Während er das Leinentuch über den biegsamen Metallstab hängt und per Hand den Käsestoff aus der Molke schöpft, ist seine Frau Margit bereits in den Startlöchern. Noch einen festen Knoten rein, dann zieht sie die geballte Ladung langsam, aber kraftvoll aus dem Kessel und befördert sie auf die gegenüberliegende Arbeitsfläche, wo der Käsestoff umgehend in runde Formen gepresst wird.

Im Vorjahr haben 1004 Älpler dafür gesorgt, dass die „oberen Stockwerke“ in Vorarlberg in Schuss gehalten werden, auf den 524 Alpen insgesamt 39.231 Tieren betreut und 247.851 Kilo Alpkäse produziert werden. Die Zahlen für dieses Jahr liegen noch nicht vor. Christoph Freuis vom Alpwirtschaftsverein geht jedoch davon aus, dass sie wieder in einem ähnlichen Bereich liegen werden. 

Die Familie Sieber lebt knapp vier Monate im Jahr auf der Alpe Oberlose in Schwarzenberg. Heuer ist es ihr 22. Sommer auf 1200 Metern. Gemeinsam mit ihren Kindern Jakob (26) und Maria (13) und den Pfistern Niklas Peter (10) und seinem Bruder Luca (7) kümmern sie sich um 50 Kühe, 38 Alpschweinen und drei Ziegen. „Es ist schön, wenn man miteinander arbeitet und es klappt“, schwärmt Lothar Sieber.

Damit jeden Tag vier Kilo Alpbutter und drei 25 bis 30 Kilo schwere Alp-Bergkäse-Laibe die Sennerei verlassen können, beginnt der Arbeitstag um 5 Uhr morgens. Alleine die Käseproduktion dauert fünf Stunden. „Heuer hatte wir viele Bremsen. Wir mussten die Kühe daher in der Nacht austreiben statt am Tag“, blickt der Senn auf die heißen Tage zurück. Auf Oberlose dauert die Saison bis in die zweite Septemberwoche. „Das Heimziehen gefällt mir am besten“, steht für Pfister Niklas außer Frage.

Pfister Niklas ist heuer den dritten Sommer auf der Alpe Oberlose. Er kümmert sich auch um Korle, den künftigen Zuchtstier.
Pfister Niklas ist heuer den dritten Sommer auf der Alpe Oberlose. Er kümmert sich auch um Korle, den künftigen Zuchtstier.
Der Geschmack der Heimat: Die Siebers produzieren pro Tag drei Laibe Alpbergkäse.FotoS: L. Berchtold
Der Geschmack der Heimat: Die Siebers produzieren pro Tag drei Laibe Alpbergkäse.FotoS: L. Berchtold