Fan von Hitler und Bud Spencer als Holocaust-Leugner verurteilt

Vorarlberg / 31.07.2017 • 22:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte berät sich mit seinem Verteidiger. Foto: Eckert
Der Angeklagte berät sich mit seinem Verteidiger. Foto: Eckert

„Hitler wollte Frieden, nicht Krieg.“ Mit derartigen Ansichten brockte sich Internet-User große Probleme ein.

Feldkirch. (ec) „Der Holocaust ist die größte Lüge“, „Adolf Hitler hat keine Juden vergasen lassen, aber Juden haben Nichtjuden massenhaft vergast!“ – Äußerungen wie diese finden sich zahlreich auf der Facebook-Seite des Angeklagten. Ganz offensichtlich machte er kein Hehl daraus, welcher Gesinnung er angehört. „Europe ist not a zoo. Monkeys go home!“ – dazu ein durchgestrichenes muslimisches Symbol und eine durchgestrichene dunkelhäutige Person – auch diesen Eintrag teilte er mit anderen. „Ich arbeitete selbst länger im Ausland und bin mit einer Ausländerin verheiratet“, hält der mehrfache Vater entgegen. Er habe kein Problem mit anderen Nationen. Allerdings – so viel räumt er ein – habe er eine gewisse Existenzangst, in Europa von Flüchtlingen überrannt zu werden.

Geläutert

Auf Facebook finden sich etliche harte Äußerungen und brutale Ansichten. Seine Aussagen vor der Polizei waren nicht viel besser: „Asylanten sind Gesindel, Moslems blöd. Alles Schlechte kommt von da unten, das brauchen wir hier in Europa nicht.“ Vor Gericht mimt der Mann am Montag den geschichtlich Interessierten, der einfach nur nachlesen habe wollen, ob das in der Schule Gelernte auch wirklich stimme. Holocaust, Hitler als Übeltäter, das alles könnte theoretisch ja auch einfach erfunden sein, habe er sich damals gedacht und deshalb eben nachlesen wollen.

Bud-Spencer-Fan

Auch zynische Beiträge finden sich bei dem Mann. Teilweise sind sie nicht angeklagt, doch „sie runden das Bild ab“, so Staatsanwalt Philipp Höfle. „Ihr wollt mehr Rechte – könnt ihr haben“, heißt es zum Beispiel auf einem Foto mit einer Menschenansammlung und einem Rechtsradikalen mit Baseballschläger in der Hand. Das sei schwarzer Humor, so der Angeklagte. Er habe sich Verschiedenes aus dem Internet abgespeichert, beispielsweise interessiere ihn neben Geschichte auch Bud Spencer. Er sei ein großer Fan des Schauspielers, so der gelernte Tischler. „Ich lade Sie ein, bei der Wahrheit zu bleiben“, versucht Vorsitzende Angelika Prechtl-Marte den Mann zu ehrlichen Aussagen zu bewegen.

Nicht besonders schlau

„Mein Mandant verfügt über mangelnde Bildung“, versucht Verteidiger Markus Rosenberger das Gericht zu überzeugen, dass man bei der Beurteilung der Internet-Aktionen Milde walten lassen müsse. Sein Mandant habe sich von all dem distanziert und bereue seine unüberlegten Internetauftritte. Der Tischler hat Glück, er kommt mit einem Jahr bedingter Haft sowie 1440 Euro unbedingter Geldstrafe davon. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.