Polizei will Hintergründe der Bluttat erhellen

Welt / 31.07.2017 • 22:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 34-jährige Täter schoss Sonntagfrüh gegen 4.30 Uhr vor dieser Diskothek in Konstanz um sich.  Foto: AFP
Der 34-jährige Täter schoss Sonntagfrüh gegen 4.30 Uhr vor dieser Diskothek in Konstanz um sich. Foto: AFP

Nach der tödlichen Schießerei in Konstanzer Diskothek laufen die Untersuchungen.

Konstanz. Mit einem Sturmgewehr hat ein 34-Jähriger vor einer Diskothek in Konstanz um sich geschossen – am Tag nach der Tat konzentrierten sich die Ermittler vor allem auf die Herkunft der Waffe. Das Gewehr werde von einer Sonderkommission intensiv untersucht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. So werde etwa abgeklärt, ob die Waffe aus Armeebeständen stamme oder aus einzelnen Teilen, die der Täter sich möglicherweise im sogenannten Darknet beschafft hatte. Die Stadt Konstanz trauert unterdessen um die Opfer – vor dem Eingang der Diskothek legten Menschen Blumen und Kerzen nieder.

Der 34-Jährige hatte am Sonntagmorgen gegen 4.30 Uhr vor einer Diskothek in Konstanz um sich geschossen. Ein Türsteher, mit dem er zuvor in Streit geraten war, wurde getötet. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei starb auch der Angreifer im Krankenhaus. Drei Menschen wurden nach Angaben der Polizei schwer, sieben leicht verletzt. Am Tag nach dem Verbrechen waren die Spuren des tödlichen Schusswechsels noch immer sichtbar: An der Eingangstür der Diskothek „Grey“ klaffte ein großes Einschussloch im Glas, auf dem Parkplatz vor dem Klub sicherte die Polizei weitere Patronenhülsen – es gebe ein leeres Magazin mit rund 15 bis 20 Schuss.

Neben der Waffe untersuche die Sonderkommission auch die genauen Hintergründe der Tat, sagte der Sprecher weiter. So werde etwa das Verhältnis zwischen dem Täter und seinem Schwager – der den Konstanzer Klub „Grey“ vor Ort für eine Gesellschaft leitet – abgeklärt. Auch der Grund, warum es zum Streit kam, sei Gegenstand der Ermittlungen. Zeugen würden ebenfalls befragt – dabei müsse man sehr behutsam vorgehen, da diese teilweise noch unter dem Schock des Erlebten stünden. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei handelte der Angreifer als Einzeltäter, einen Terror-Hintergrund gibt es den Behörden zufolge nicht.