Flüchtlingsboot vor Libyen gekentert: Über 90 Tote befürchtet

Welt / 02.02.2018 • 22:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Tripolis Wieder eine Flüchtlingstragödie vor der Küste Libyens: Ein Boot mit mehr als 90 Menschen ist dort nach Angaben der Organisation für Migration (IOM) Freitagfrüh gekentert. Sie fürchtet, dass die meisten Flüchtlinge und Migranten an Bord umkamen, wie IOM-Sprecherin Olivia Headon berichtete. An Bord waren nach Angaben der Überlebenden vor allem Menschen aus Pakistan.

Es gebe nach ersten Berichten nur drei Überlebende: Zwei seien an Land geschwommen, ein weiterer sei von Fischern gerettet worden. Das Meer sei ruhig gewesen, ein wetterbedingter Unfall deshalb unwahrscheinlich, sagte Headon. Das Boot sei aber nach Angaben der Überlebenden sehr voll gewesen. Es könne sein, dass es aus dem Gleichgewicht geraten sei.

Die EU werde die Rettung von Flüchtlingen in Seenot und den Kampf gegen Schlepper fortsetzen, sagte EU-Sprecherin Catherine Ray in Brüssel in einer ersten Reaktion.

Seit dem Frühsommer 2015 läuft die EU-Operation „Sophia“ vor der Küste Libyens. Mehr als 45.000 Menschen wurden nach Angaben der Deutschen Marine schon in Sicherheit gebracht. Mehr als 117 mutmaßliche Schlepper seien nach Hinweisen von „Sophia“-Einheiten festgenommen und über 460 Boote zerstört worden, hieß es Ende 2017.

Schon am vergangenen Wochenende waren wahrscheinlich bis zu 37 Menschen ums Leben gekommen, als ihr Boot vor Zuwara leckschlug.