„Germanen“ und andere „Lebensbünde“

Leserbriefe / 02.02.2018 • 18:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 1. Februar 2018.
VN-Bericht vom 1. Februar 2018.

Zum VN-Interview mit FPÖ-Obmann Reinhard Bösch, vom 1. 2. 2018:

Derzeit richtet sich der Fokus auf die „Germanen“. Doch in Österreich­ gibt es rund 200 deutschnationale
„völkische“ Burschenschaften, die
ein sehr problematisches Geschichtsbild pflegen. 20 der 51 FPÖ-

Nationalräte sind „völkisch korporiert“ – ein Rekordwert in der Zweiten Republik. Die Dritte Nationalratspräsidentin Kitzmüller gehört der „akademischen Mädelschaft Iduna“ an. Einige Burschenschaften
sind wegen ihrer rechtsextremen Orientierung nicht erst heute ins Visier geraten. Schon im Innenministeriumsbericht des Jahres 2000 heißt es, „dass der von mehreren Burschenschaften unterschwellig ausgehenden rechtsextremen Ideologieverbreitung im Sinne des Sicherheitspolizeigesetzes weiterhin besonderes Augenmerk zugewendet wird“. So unterschwellig ist diese Verbreitung allerdings nicht. Vorarlbergs FPÖ-Chef Bösch, Oberst der Reserve und alter Herr der schlagenden Verbindung Teutonia, macht aus seiner Gesinnung kein Hehl. Für Deserteure hat er kein Verständnis. Seine VN-Aussage: „Eine Unrechtsarmee sagen wir heute. Die damals Handelnden konnten das nicht erkennen“, ist eine Verhöhnung von Menschen wie z. B. August Weiß. Für ihn als „christlichen Österreicher“ war es aus Gewissensgründen undenkbar, in der fremden, deutschen, verbrecherischen Okkupationsarmee­ zu dienen. Der Nationalrat hat 2009 alle Deserteure rehabilitiert. „Germanen“ und „Teutonen“ wie Landbauer, Bösch und Co. pflegen in ihren „Lebensbünden“ allerdings weiterhin ein „deutschnationales“ Geschichtsbild, in dem Deserteure aus der Hitler-Wehrmacht keinen Platz haben.

Dr. Werner Bundschuh,

Obmann Johann-August-Malin-Gesellschaft, Schlossgasse, Dornbirn