Grüner „Fleck“ für Bildungspläne

Vorarlberg / 02.02.2018 • 19:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Daniel Zadra schreibt Regierung ein Semesterzeugnis.

Bregenz Am Freitag erhielten die Vorarlberger Schüler ihre Schulnachrichten zum Ende des ersten Semesters. Zensuren für die neue Bundesregierung in Sachen Bildungspläne verteilte auch Daniel Zadra (32), Bildungssprecher der Grünen im Landtag.

Sein Gesamturteil für Minister Faßmann und Co. ist eindeutig: „Nicht genügend.“ Zadras Argumentation: „Die neue Bundesregierung wirft uns zurück in die Steinzeit. Sie drängt Volksschulen in die antiquierte Beurteilung durch verkürzende Ziffernnoten und macht den alternativen Leistungsbeurteilungen damit den Garaus.“ Der Ziffernnoten-Fetisch führe zu unzumutbaren Drucksituationen für Eltern, Lehrer und Schüler. Das führe sogar so weit, dass Eltern bei Lehrern um gute Noten betteln oder sie sogar bedrohen, damit ihre Kinder ins Gymnasium wechseln können.

Es sei absolut unverständlich, dass die Bundesregierung sich ans Ziffernnotensystem in allen Schulstufen klammere. Ein „Nicht genügend“ verteilt Zadra auch den Plänen für die Sprachförderung und spricht damit die getrennten Deutsch-Förderklassen an, welche die Regierung einführen will. Zadra bezeichnet diese als Ausgrenzungspläne, die allen fachdidaktischen Forschungserkenntnissen widersprächen. Zadra verlangt unter anderem eine massive Aufstockung des Personals in den Kindergärten.

Für Inklusion

Durch die Regierungspläne sieht der grüne Bildungssprecher ebenso die Inklusion in Gefahr. Die Bundesregierung setzt auf das Sonderschulwesen. „Österreich verliert damit international den Anschluss und verletzt weiterhin die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung“, glaubt Zadra, der weiterhin auch die Entwicklung einer gemeinsamen Schule für Zehn- bis 14-Jährige fordert. VN-HK