Neues Jahr, neuer Raum

Kultur / 02.02.2018 • 19:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im neuen Werkraumdepot werden handwerkliche Exponate für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. VN/Paulitsch
Im neuen Werkraumdepot werden handwerkliche Exponate für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. VN/Paulitsch

Werkraum Bregenzerwald präsentiert Programm 2018 und neues Depot.

Andelsbuch Nachhaltigkeit, Natur, Gastlichkeit: Das sind die drei Themenschwerpunkte des Werkraums Bregenzerwald für 2018. Aktuell ist die zweite Halbzeit des Werkraumschau LICHT (bis 26. Mai) zu sehen, welche sich den Phänomenen und Qualitäten des allgegenwärtigen Lichts widmet. Hier wird das von Peter Zumthor als Multifunktionsbau entworfene Werkraumhaus in Andelsbuch zur Bühne, die handwerklichen Exponate werden zu Akteuren eines sich ständig wandelnden Spiels aus Tageslicht und Kunstlicht. Die Erzeugnisse stammen aus verschiedenen Werkstätten des Werkraums Bregenzerwald.

Mit der Sommerausstellung „Alphabet des Lebens: Lernwerkstatt Natur“ wird ab 22. Juni eine Ausstellung realisiert, die unter dem Aspekt Nachhaltigkeit verortet wird. Konzipiert wurde diese als Lehrpfad um die zentrale Fragestellung: Wie löst es die Natur? „Mit Biomimicry wird eine Methode des Nachahmens der Natur in Handwerk und Design vorgestellt. Nach dem Vorbild der Natur sollen lebensfreundliche und ökonomisch sinnvolle Gestaltungslösungen aufgezeigt werden“, erklärt Kurator Thomas Geisler, der als Geschäftsführer und Leiter des Werkraums Bregenzerwald fungiert.

Bedeutender Wettbewerb

Realisiert wird dieses Jahr bereits zum achten Mal der Wettbewerb und die damit verbundene Ausstellung „Handwerk+Form“. Der bedeutende Gestaltungswettbewerb fungiert als Impulsgeber für die regionale Handwerkskultur im Austausch mit Gestaltern aus dem In- und Ausland. Eingereicht werden handwerkliche Objekte des täglichen Gebrauchs, wie beispielsweise Tische, Stühle und Regale. Heuer wurden drei Kategorien – Produkt, Bauhandwerk und Experiment – geschaffen, die den Wettbewerb für ein breiteres Zielpublikum öffnen sollen. Die eingereichten Arbeiten werden von einer siebenköpfigen Jury bewertet und sind vom 13. bis zum 21. Oktober ausgestellt.

Schatzkammer und Lernort

Neu ist das Werkraumdepot als Vermittlungsort und permanenter Schauraum. Rund 80 Objekte, aus der Sammlung des Vorarlberg Museums sowie Leihgaben direkt aus den Werkstätten der Handwerksbetriebe, werden auf einer Fläche von 200 m2 ausgestellt. Die Sammlungsstücke stammen größtenteils aus dem Ankauf von Exponaten der Ausstellung „möbel für alle“, sowie aus Ankäufen von Preisträger-Projekten aus dem Wettbewerb „Handwerk+Form“ von 1991 bis in die Gegenwart.

„Die neu eingerichtete Studiensammlung im Werkraumdepot bietet Einblicke in das zeitgenössische Handwerk und Design der Region“, sagt Geisler. Gestaltet wurde das Werkraumdepot von Designer Robert Rüf und Grafikdesigner Christoph Nardin. Beide stammen aus Alberschwende und leben derzeit in Wien. Der Umbau wurde mit finanzieller Unterstützung der Freunde des Werkraums Bregenzerwald umgesetzt.

Für die Werkraumschule Bezau, die derzeit von 56 Schülern in zwei Jahrgängen besucht wird, sind die Studiensammlung und das Depot ein zentraler Lernort für Handwerk und Design. Es bietet den Schülern Auseinandersetzung und Vertiefung mit dem physischen Objekt.

Die Studiensammlung kann jeden ersten Samstag im Monat im Zuge einer Führung, angeboten vom vorarlberg museum und dem Werkraum Bregenzerwald, besichtigt werden.

„Das Werkraumdepot bietet Einblicke in das zeitgenössische Handwerk der Region.“

Werkraum Bregenzerwald

Licht Die 2. Halbzeit der Werkraum-Schau läuft noch bis 26. Mai 2018.

Depot Führungen jeden ersten Samstag im Monat von 11 bis 12 Uhr

Weitere Termine Alles Aktuelle unter www.werkraum.at