Ökologische Jahrhundertchance?

Leserbriefe / 02.02.2018 • 18:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Rhesi in Gefahr, schreibt Frau Mag. Burtscher im VN-Leserbrief vom 29. Jänner. In Gefahr ist vielmehr der Naturschutzbund, als ökologisches Feigenblatt dazustehen und die Glaubwürdigkeit zu verlieren. Eine über Jahrzehnte gewachsene Naturvielfalt am Ehbach- und Rheindamm (im Biotopinventar) aufzugeben, einen Auwald und Windschutzgürtel zu roden und das Naherholungsgebiet Frutz mit den Bademöglichkeiten an den Wasserfällen zu vernichten, ja, das ist wirklich die ökologische Jahrhundertchance. Eine fast 100-jährige Sicherheit aufzugeben, können nur Leute fordern, die noch nie ein richtiges Hochwasser am Rhein erlebt haben. Aber die Menschen in Koblach, die z. B. 1954 oder 1987 Hochwasser erlebt haben, wollen in erster Linie ein schnell abfließendes Hochwasser, ein Flussbett ohne Hindernisse, denn diese verursachen Verklausungen, Rückstau und Auflandungen.

Wenn Aufweitungen das A und O des modernen Hochwasserschutzes sind (die auch zwischen den bestehenden Hochwasserdämmen ihren Platz haben), dadurch die Abflusskapazität erhöht und die Ökologie verbessert werden kann, dann sind nicht 500 Meter Dammabrückung vom größten Wildbach Europas entscheidend, sondern die ganzen 26 Kilometer des Projekts inklusive der drei Kilometer Vorstreckung in den Bodensee. Nicht das Rhesi-Projekt ist in Gefahr, sondern Koblach, durch die geplante Damm­abrückung vieles zu verlieren.

Norbert Bolter,

Gitzebühel, Koblach