Warnung vor „Heiligenschein“ für Junkfood

Gesund / 02.02.2018 • 09:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Hin und wieder in Maßen genossen ist gegen Schokolade nichts einzuwenden.
Hin und wieder in Maßen genossen ist gegen Schokolade nichts einzuwenden.

brüssel Lebensmittel mit zu viel Zucker oder Fett sollen nach dem Willen europäischer Verbraucherschützer grundsätzlich nicht mit angeblichen Ernährungsvorteilen werben dürfen. Der Verband BEUC forderte die EU-Kommission unlängst auf, die schon seit dem Jahre 2009 geplanten Nährwertprofile endlich zu entwickeln und irreführende Hinweise zu unterbinden. Die Brüsseler Behörde will allerdings zuerst einmal prüfen, wie sie weiter vorgeht.

Die Verbraucherschützer zielen bei ihren Einwänden speziell auf Produkte wie Traubenzucker, dem kleine Mengen Vitamine zugesetzt und der dann als „leistungsfördernd“ beworben werden darf. Ein anderes Beispiel ist Kakaopulver mit 75 Prozent Zucker, das auf der Packung die Stärkung der Knochen und der Konzentrationsfähigkeit anpreist. Ähnlich verhält es sich mit Schokolade, die einen Anteil von 90 Prozent Fett und Zucker hat, aber nur das ebenfalls enthaltene Calcium herausstreicht.

Viel Fett und Zucker

„Man konsumiert damit zwar große Mengen an Fett und Zucker und nebenbei lediglich eine kleine Menge Calcium“, sagte BEUC-Ernährungsexpertin Emma Calvert in Brüssel. Die Verbraucherschützer kreiden heftig an, sehr ungesunde Lebensmittel würden so mit einem „Heiligenschein“ gesunder Zusätze versehen und Käuferinnen bzw. Käufer in die Irre geführt. Dass es sich dabei vornehmlich um Produkte für Kinder handelt, stellt einen weiteren Kritikpunkt der Verbraucherschützer dar.