ÖSV-Chef hofft auf 15 Medaillen, auch eine von den Springern

Sport / 04.02.2018 • 20:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Peter Schröcksnadel hält den Asien-Trend im Sport nicht für gut. „Die Spiele werden gut funktionieren. Es ist aber nicht unsere Kultur, in der wir da fahren.“gepa
Peter Schröcksnadel hält den Asien-Trend im Sport nicht für gut. „Die Spiele werden gut funktionieren. Es ist aber nicht unsere Kultur, in der wir da fahren.“gepa

Für Peter Schröcksnadel sind die Winterspiele in Korea die letzten als Skiverbands-Präsident.

PYeongchang Auf 15 Medaillen aus seinem Verband hofft ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel bei den bevorstehenden Winterspielen in Pyeongchang. Sollten auch Rodler oder Eisschnellläufer etwas beisteuern, würden sich 17 oder 18 ausgehen, hofft der Boss des Skiverbandes, der traditionell bei Olympia stets die meisten ÖOC-Medaillen sammelt. Der Rekord stammt aus 2006, als der ÖSV für 22 der 23 Medaillen sorgte.

Dass Turin gleichzeitig wegen der Razzien in den österreichischen Außenquartieren sowie den jahrelangen Machtkämpfen danach auch traurige Geschichte gemacht hat, wird diese Spiele ewig in Erinnerung behalten. „Professor“ Schröcksnadel ist längst wieder im FIS-Vorstand und dem ÖOC vertreten, und seine Sportler sind auch in Südkorea Garant dafür, dass Österreich im Vorderfeld der Medaillenbilanz landen wird.

Bewerbung ist sehr gut und mutig

Auf das wirtschaftsgetriebene Management im Verband, dem er seit 1990 vorsteht, führt Schröcksnadel die sportlichen Erfolge des ÖSV zurück. Aus dem ÖSV-Bereich kommen ja nicht nur die erfolgreichen Alpinskifahrer, sondern auch Springer, Langläufer, Kombinierer, Snowboarder und Biathleten.

Der 76-jährige ist auch überzeugt, dass selbst die kriselnden Skispringer Chancen auf Edelmetall haben. „In jeder Sportart kannst du einen Hänger haben. Das heißt noch lange nicht, dass es schlecht gemanagt ist“, betonte Schröcksnadel im APA-Interview vor den XXIII. Winterspielen in Südkorea. Er sehe keinen Grund, Personal oder sonst etwas auszutauschen. „Wenn sie sich in Ruhe konsolidieren, können sie eine Medaille machen.“

Die steirische Spontan-Bewerbung um Olympia 2026 begrüßt Schröcksnadel, weil man damit die Spiele wieder in die Alpen bekommen würde. Von einer Volksabstimmung hält er aber nichts. Die Bewerbungsentscheidung der steirischen Politik bezeichnet der Tiroler als „sehr gut und mutig“.

Wer schießt schneller

Winterspiele in Asien taugen dem erfolgreichen Unternehmer aus Innsbruck hingegen trotz aller Wirtschaftschancen „überhaupt nicht“. Ebenso zu viele Parallelslaloms im Weltcup. „Da geht‘s darum, wer schießt schneller. Der sportliche Wert hält sich in Grenzen.“

Schröcksnadel befindet sich in seiner letzten Dreijahresperiode als ÖSV-Präsident und will nach eigenen Aussagen nach 2020 auch keine weitere mehr anhängen. Für eine Übergangsphase werde er aber zur Verfügung stehen.

Das jüngste Hickhack zwischen Hermann Maier und Marcel Hirscher hält der Präsident für „unnötig“. Helden wie die beiden seien auch kein reiner Glücksfall, betonte Schröcksnadel. „Wir versuchen, auf unsere guten Athleten sehr gut zu schauen und ihnen ein Umfeld zu schaffen, die das, was sie können, noch fördert.“ Selbst eine Anna Veith habe nach langen Querelen erkannt, „dass wir fair sind und uns um unsere Athleten kümmern“.

Vom neuen Sportminister Heinz-Christian Strache verspricht sich Schröcksnadel viel. Vor allem, dass man das Leistungsprinzip auch mit den Förderungen verknüpfe. Seine Aufgabe als Koordinator der Sommersportarten ist beendet, aber auch da stehe er gerne weiterhin mit Ratschlägen zur Verfügung.

„Wenn sich die Skispringer in Ruhe konsolidieren, können sie eine Medaille machen.“

DAs ist Pyeongchang

Pyeongchang

(zu deutsch: „Friede und Gedeihen“)

Landkreis der Provinz Gangwon-do mit rund 44.000 Einwohnern und einer Fläche von 1463,68 Quadrat­kilometern

Ort im Landkreis mit rund 10.000 Einwohnern

Gangneung, der Austragungsort der Eis-Wettbewerbe, liegt in der Provinz Gangwon (rund 230.000 Einwohner)

GEOGRAFIE

130 Kilometer östlich der Hauptstadt Seoul

liegt im Taebaek-Gebirge, dem größten Gebirgszug der koreanischen Halbinsel

Skigebiet YongPyong mit einer Höhe von 700 bis 1440 Metern über dem Meeresspiegel

KLIMA

lange, schneereiche und vor allem kalte Winter

Außentemperaturen von unter minus 20 Grad, oft aufkommender Wind

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Woljeongsa-Tempel samt achteckiger Stein-Pagode

Sangwonsa-Tempel

Lee-Hyo-Seok-Kulturdorf, wo jedes Jahr im Herbst der Buchweizen blüht und das Dorf weiß erstrahlen lässt