Ski alpin

Sport / 04.02.2018 • 21:24 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Siegerfoto Nummer 81 nach der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen: Lindsey Vonn und ihr Betreuerteam, darunter (hinten, zweiter von rechts) ihr Head-Servicemann Heinz Hämmerle.
Siegerfoto Nummer 81 nach der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen: Lindsey Vonn und ihr Betreuerteam, darunter (hinten, zweiter von rechts) ihr Head-Servicemann Heinz Hämmerle.

Lindsey Vonn bestätigt mit ihren Weltcupsiegen Nummer 80 und 81 ihre Favoritenrolle auf Abfahrtsgold.

Garmisch Speed-Queen Lindsey Vonn schloss die Augen und legte stolz ihre rechte Hand auf die Brust, als am Fuße der Kandahar zum 81. Mal im Weltcup die amerikanische Nationalhymne für sie gespielt wurde. „Es ist wunderschön“, sagte sie nach ihrem zweiten Abfahrtssieg in Garmisch-Partenkirchen binnen 24 Stunden, und: „Ich bin bereit für Olympia.“

Sofia Goggia musste sich bei der ersten Abfahrt um 0,02, bei der zweiten um 0,11 Hundertstel geschlagen geben. Die Italienerin versicherte, dass ihr der Zweikampf mit der lebenden Legende Vonn weiterhin Spaß mache. Sie hoffe allerdings darauf, den Spieß in Südkorea umdrehen zu können. Ihre Leistung beschrieb die immer besser auf Deutsch parlierende 25-Jährige in perfektem Dialekt als „passt scho‘“. Im Abfahrts-Weltcup liegt Goggia jetzt 23 Punkte vor Vonn in Führung.

Ein wenig zu viel riskiert

Cornelia Hütter war am Samstag als Dritte noch auf dem Podest gestanden, gestern reichte es nur zum 28. Platz. Die Steirerin machte dafür schwere Fehler verantwortlich. „Wenn du dreimal so in der Garage stehst bei der Abfahrt, ist es unrealistisch, dass es Grün ist“, meinte Hütter. Sorgen um ihre Form mache sie sich nicht: „Ich weiß, dass ich schnell bin. Wenn du in der Abfahrt einmal danebenstehst, kann das passieren. Wenn du nichts riskierst, gewinnst du auch nichts. Heute war es halt ein bisserl zu viel.“

Stephanie Venier wurde im zweiten Rennen hinter Tina Weirather Vierte. Christine Scheyer kam auf die Plätze 18 und 25, Nina Ortlieb auf 21 und 26. Ariane Rädler blieb auf Position 35 bei ihrem ersten Weltcupeinsatz ohne Punkte.

Vorneweg in der Königsdisziplin fährt Vonn, auch wenn sie wie in „GAP“ nicht auf der letzten Rille unterwegs ist. „Ich habe ein bisschen Angst gehabt“, sagte Vonn nach dem fünften Abfahrtssieg in Garmisch. Am Vortag hatte sie ihren Schützling Jacqueline Wiles im Krankenhaus besucht, wo diese nach einem schlimmen Sturz mit Kreuzbandriss sowie gebrochenem Wadenbein und Schienbeinkopf lag. Am Sonntag stürzte auch Stacey Cook schwer, kam aber offenbar glimpflich davon.

„Ich dachte: Gib Gas, aber fahre solide und gehe kein Risiko ein. Das Wichtigste ist Olympia“, sagte Vonn. Die Sicherheitsfahrt reichte, um Herausforderin Goggia zu distanzieren.

Es ist Zeit zu tauschen

Nur noch fünf Siege trennen Vonn nun von ihrem Ziel, der Weltcup-Bestmarke des schwedischen Ausnahmekönners Ingemar Stenmark. „Auf den Rekord“, sagte sie lächelnd, „werde ich mich nach Olympia konzentrieren – die Spiele sind jetzt das, was zählt.“

Dort dürfte es mit Goggia zum Zweikampf um Gold kommen. Mit der 25-Jährigen, meinte Vonn (33), sei es wie einst mit Maria Höfl-Riesch: „Wir pushen uns, aber egal wer gewinnt: Wir haben immer Respekt voreinander.“ Bei den olympischen Testrennen 2017 hatte Goggia in Abfahrt und Super-G knapp die Nase vorne gehabt. „Jetzt“, sagte Vonn, „ist es Zeit zu tauschen.“

Die Strecke in Jeongseon liege ihr, sagte Vonn, seit Wochen gehe sie deren Charakteristika vor dem Einschlafen noch einmal durch. In Garmisch habe sie „noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt, ein paar Asse habe ich mir für Olympia aufgehoben“. Es klang wie eine Drohung.

„Auf den Rekord konzentriere ich mich nach Olympia. Die Spiele sind jetzt das, was zählt.“

1. Damenabfahrt Garmisch-Partenkirchen

1. Lindsey Vonn (USA)  1:12,84

2. Sofia Goggia (ITA)  1:12,86 +0,02

3. Cornelia Hütter (AUT)   1:12,97 +0,13

4. Breezy Johnson (USA)   1:13,18 +0,34

5. Anna Veith (AUT)  1:13,31 +0,47

6. Lara Gut (SUI)  1:13,50 +0,66

7. Tina Weirather (LIE)  1:13,58 +0,74

8. Ragnhild Mowinckel (NOR) 1:13,65 +0,81

9. Nicole Schmidhofer (AUT) 1:13,70 +0,86

10. Nadia Fanchini (ITA)   1:13,93 +1,09

11. Viktoria Rebensburg (GER) 1:13,94 +1,10

12. Priska Nufer (SUI)  1:14,00 +1,16

13. Ramona Siebenhofer (AUT)  1:14,01 +1,17

14. Johanna Schnarf (ITA)  1:14,04 +1,20

Michelle Gisin (SUI)  1:14,04 +1,20

16. Tiffany Gauthier (FRA) 1:14,12 +1,28

17. Alice McKennis (USA) 1:14,15 +1,31

18. Christine Scheyer (AUT) 1:14,26 +1,42

21. Nina Ortlieb (AUT)  1:14,38 +1,54

23. Stephanie Venier (AUT)  1:14,49 +1,65

29. Tamara Tippler (AUT)   1:14,73 +1,89

Ausgeschieden u.a.: Elisabeth Reisinger (AUT), Michaela Wenig (GER), Laurenne Ross (USA), Jacqueline Wiles (USA)

2. Damenabfahrt Garmisch-Partenkirchen

1. Lindsey Vonn (USA)   1:37,92

2. Sofia Goggia (ITA)  1:38,03 +0,11

3. Tina Weirather (LIE)  1:38,04 +0,12

4. Stephanie Venier (AUT)  1:38,29 +0,37

5. Michelle Gisin (SUI)  1:38,49 +0,57

6. Ragnhild Mowinckel (NOR) 1:38,57 +0,65

7. Nicole Schmidhofer (AUT) 1:38,79 +0,87

8. Breezy Johnson (USA) 1:38,80 +0,88

9. Viktoria Rebensburg (GER) 1:38,89 +0,97

10. Nicol Delago (ITA) 1:38,93 +1,01

11. Corinne Suter (SUI)  1:39,09 +1,17

12. Nadia Fanchini (ITA)  1:39,27 +1,35

13. Jasmine Flury (SUI)  1:39,35 +1,43

14. Meike Pfister (GER)  1:39,41 +1,49

15. Anna Veith (AUT)   1:39,46 +1,54

16. Tamara Tippler (AUT)   1:39,51 +1,59

17. Johanna Schnarf (ITA)  1:39,55 +1,63

24. Ramona Siebenhofer (AUT)   1:39,81 +1,89

25. Christine Scheyer (AUT)   1:39,85 +1,93

26. Nina Ortlieb (AUT)   1:39,99 +2,07

28. Cornelia Hütter (AUT)   1:40,14 +2,22

35. Ariane Rädler (AUT)  1:41,33 +3,41

Ausgeschieden (u.a.): Stacey Cook (USA), Anne-Sophie Barthet (FRA)