250.000 Euro stehen auf dem Spiel

Vorarlberg / 05.02.2018 • 20:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Fördersätze für die FH zu senken, wäre ein verheerendes Signal, meinen Fachhochschule, Land und Wirtschaft.VN/Hofmeister
Die Fördersätze für die FH zu senken, wäre ein verheerendes Signal, meinen Fachhochschule, Land und Wirtschaft.VN/Hofmeister

Fachhochschuldirektor warnt vor Kürzung der FH-Mittel. Wallner mahnt Bundesregierung.

Wien Von der Bremse runtersteigen und kräftig mitfinanzieren. Das ist die jüngste Botschaft von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) an die schwarz-blaue Bundesregierung. Es wäre ein verheerendes Signal, sollten die Fördersätze für die Fachhochschulen (FH) gesenkt werden, reagiert er auf den Brief, welchen die Fachhochschulkonferenz an alle Landeshauptleute geschickt hat.  Dass die Regierung die Fachhochschulbudgets kürzen könnte, will Wallner jedenfalls nicht akzeptieren. „Ich werde das Thema auf die Tagesordnung der Landeshauptleutekonferenz bringen, und wenn sich nichts bewegt, werden wir vonseiten aller Landeshauptleute Druck auszuüben.“ Aus dem Wissenschaftsministerium hieß es, dass mit dem Finanzressort noch Gespräche geführt werden müssten.

Hintergrund für die Debatte ist die auslaufende Vereinbarung zur Studienplatzfinanzierung. Pro Platz gibt es derzeit je nach Studienrichtung zwischen 6970 und 8850 Euro. Die Erhöhung dieser Fördersätze wurde 2015 beschlossen, und zwar mit dem Übereinkommen, dass sie wieder abgesenkt werden können. Nun sorgen sich die Fachhochschulen um ihr Budget.

Nicht nur Symbolik

Für die Vorarlberger FH geht es um 250.000 Euro, berichtet Geschäftsführer Stefan Fitz-Rankl. Die Fachhochschule würde damit zwar nicht in den Ruin getrieben, doch wäre mehr als nur die Symbolik verheerend. Es würde auch dem Plan widersprechen, die Studienplätze auszubauen, sagt Fitz-Rankl: „Eine gleichbleibende Finanzierung hätte ebenso zur Folge, dass die Ausbildung an der FH stagniert und die moderne Ausstattung nicht entsprechend weiterentwickelt werden könne. Bei Kürzungen wäre das gute Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden in Gefahr.“ Alles Szenarien, die den Landeshauptmann in Alarmbereitschaft versetzen. Schließlich sei die FH für den Standort Vorarlberg und den hiesigen Fachkräftenachwuchs entscheidend. Eigentlich könne die Antwort des Bundes daher nur sein, die Fördersätze zu heben. „Das wäre ein wichtiges Signal“, sagt Wallner. Daher werde das Land den Ausbau der Fachhochschule auch weiter vorantreiben: „Mit und ohne Bund.“

Auch vonseiten der Wirtschaft kommt ein Appell, dies zu tun. Mathias Burtscher, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung, erinnert daran, dass die FH mit ihren Ausbildungszweigen auch den Bedürfnissen der Wirtschaft entspreche, etwa in den Bereichen Elektrotechnik und Informatik. Wirtschaftskammerdirektor Christoph Jenny streicht die Bedeutung der FH-Absolventen hervor, die für den Erhalt und die Weiterentwicklung des erfolgreichen Standortes bedeutend seien: „Es ist mir daher ein großes Anliegen, dass die Erfolgsgeschichte der Fachhochschule nicht durch eine unsichere Finanzierung aufs Spiel gesetzt wird.“

„Der Bund sollte von der Bremse steigen und die Fachhochschulen kräftig mitfinanzieren.“

Die Fördersätze für die FH zu senken, wäre ein verheerendes Signal, meinen Fachhochschule, Land und Wirtschaft. VN/HOFMEISTER
Die Fördersätze für die FH zu senken, wäre ein verheerendes Signal, meinen Fachhochschule, Land und Wirtschaft. VN/HOFMEISTER

FH Vorarlberg

Studiengänge Angebot in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Gestaltung sowie Soziales und Gesundheit

Studierende 1287 inskribiert, bisher 4763 Abschlüsse

Fünf Forschungszentren Mikro­technik, Prozess- und Produkt-Engineering, Nutzerzentrierte Technologien, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Energie