Auf einen Kaffee beim Präsidenten

Politik / 05.02.2018 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bundespräsident Van der Bellen mit Gewinnerin Melisa Celem (v. l.) und ihren Freunden Noah Schnellrieder, Samet Kaya und Tugce Celik in seinem Arbeitszimmer.HBF/Karlovits
Bundespräsident Van der Bellen mit Gewinnerin Melisa Celem (v. l.) und ihren Freunden Noah Schnellrieder, Samet Kaya und Tugce Celik in seinem Arbeitszimmer.HBF/Karlovits

Mit Freunden in der Hofburg: Die Vorarlbergerin Melisa Celem löste ein, was sie 2016 gewonnen hat.

Wien Ein bisschen Popstar ist Bundespräsident Alexander Van der Bellen schon, als die vier Vorarlberger Jugendlichen Melisa Celem (17), Tugce Celik (16), Samet Kaya (17) und Noah Schnellrieder (17) vor ihm stehen – direkt neben der Tapetentür in der Wiener Hofburg. Nicht ganz so aufgeregt, aber mitten drin ist auch Präsidentenhund Kita, der seinem Herrchen brav folgt, als er die Schüler in sein Büro bittet.

Melisa Celem hat den Besuch in der Hofburg bei der wohl größten Jugendveranstaltung während des Präsidentschaftswahlkampfs in Bregenz gewonnen. Damals, im März 2016, waren rund 1600 junge Menschen ins Festspielhaus zur Podiumsdiskussion „#Klartext – Road to Hofburg“ gepilgert, um den ursprünglich sechs Kandidaten für das höchste Amt im Staat zu lauschen. Heute ist Van der Bellen längst in seiner neuen Rolle und Melisa mit ihren drei Freunden als Besucher in der Hofburg angekommen.

Wie so mancher Staats- oder Regierungschef auch, nehmen die vier Jugendlichen im Büro von Van der Bellen Platz, trinken Kaffee und reden. Zumindest ein bisschen. Anfangs zögern sie noch, überhaupt Fragen zu stellen. Es ist ja nicht alltäglich, in den imperialen Räumen der Hofburg direkt mit dem Bundespräsidenten zusammenzusitzen. Die Zeit heilt aber bekanntlich auch die Aufregung.

Einige Fragen

„Was halten Sie eigentlich von der neuen Regierung“, fragt etwa Samet. Seine Wunschkoalition sei es nicht, antwortet der Präsident. Unabhängig davon müsse er aber auch mit Schwarz-Blau eine gute Vertrauensbasis aufbauen. Und Studiengebühren? „Wie geht es da weiter? Haben Sie schon was gehört?“, wollen die vier Schüler des Borg Dornbirn-Schoren wissen. „Noch ist nichts bekannt. Ich war eigentlich immer ein Befürworter, vorausgesetzt aber, das Stipendienwesen wird ausgebaut.“ Studiengebühren dürften schließlich nicht dazu führen, dass  Personen aus ärmeren Schichten von Bildungsmöglichkeiten ausgeschlossen würden, meint der Präsident. „Wie ist es Ihnen mit dem langen Wahlkampf gegangen“, fragt Melisa. Van der Bellen grinst. Rückblickend vergesse man den Stress, sagt er. „Nach dem ersten Wahlgang haben wohl nur wir selbst daran geglaubt, dass wir den Vorsprung von Norbert Hofer noch aufholen können.“ „Ich auch“, meint Melisa. „Wir auch“, fügt Tugce hinzu. Die Chemie zwischen den fünf scheint zu stimmen.

Auch am Ende, als die vier Jugendlichen mit dem Handy einen „Boomerang“ mit dem Bundespräsidenten aufnehmen, also ein Bewegtbild vom Kaffeetrinken mit dem Staatsoberhaupt in der Hofburg. VN-ebi