Diskussion zu Rhesi

Leserbriefe / 05.02.2018 • 20:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 24. Jänner 2018.
VN-Bericht vom 24. Jänner 2018.

in Koblach

Dieses Projekt zur ökologischen Verbesserung und Erhöhung des Hochwasserschutzes am Alpenrhein begann mit der Machbarkeitsstudie 2004 und konnte jetzt durch Rhesi fortgesetzt werden. Eine begrüßenswerte Verbesserung für einen monotonen Flussabschnitt. Keiner der vielen Besucher hatte grundsätzlich etwas gegen ökologische Verbesserungen im Raum Koblach. Trotzdem sind Sorgen und Ängste der Anrainer ernst zu nehmen. Missverständnisse entstanden durch die Aussage des Projektleiters, dass bis zum Diepoldsauer Durchstich mit der vorgeschlagenen Lösung eine Hochwassersicherheit für 5800 m/s erreicht wird, und bis zur Rheinmündung von 4300 m/s. Hingegen sieht das Projekt eine einheitliche Hochwassersicherheit von 4300 m/s bei einem Freibord von einem Meter vor. Unerwähnt blieb der sogenannte Überlastfall – jenes immer mögliche Ereignis, das größer ist als die vorgesehene Ausbauwassermenge. Vorgesorgt wird für diesen Fall mit Überlaufstrecken, die einen Dammbruch verhindern und die Differenzmenge schadlos in freie Flächen ableiten sollen. Will man den Hochwasserschutz ernst nehmen, dann müssten ab morgen auch für den jetzigen Zustand solche Überlaufstrecken umgehend ausgeführt werden. Alles andere wäre eine Verhöhnung des Sicherheitsgedankens und ein bloßes Lippenbekenntnis. Für eine ökologische Verbesserung im Raum Koblach gibt es sicher mehrere Lösungen mit einer großen Bandbreite. Letztlich ist es eine politische Entscheidung, mit welchem Aufwand eine für alle tragbare Lösung entwickelt werden kann.

Uwe Bergmeister,

ehem. österr. Rheinbauleiter,

Am Müllerbach, Dornbirn