Drei Wochen Haft für Champagnerdieb

Vorarlberg / 05.02.2018 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Videoaufzeichnung überführte Ladendieb aus Georgien.

Feldkirch „Einen guten Geschmack haben Sie ja, das sind zweifelsohne edle Tropfen“, zeigt sich Richter Andreas Böhler beim Prozess am Landesgericht Feldkirch humorvoll. Vielleicht kein Zufall, dass der wegen gewerbsmäßigen Diebstahls angeklagte Georgier zu „Moet & Chandon“- Champagner griff. Für eine Flasche zahlt man selbst im Supermarkt mindestens 40 Euro. Auch um 125 Euro finden sich Flaschen dieser Marke im Regal.

Angeblicher Barkeeper

Jedenfalls wusste der Mann, was schmeckt und stahl vier Flaschen davon. Schließlich ist er angeblich Barkeeper und verdient damit seinen Unterhalt. Er selbst bestreitet, den Schaumwein gestohlen zu haben. „Ich habe ihn in der Nähe des Bahnhofs gekauft“, behauptet der Dieb. Doch die Regale werden in dem betreffenden Geschäft immer wieder so aufgefüllt, dass es sofort auffällt, wenn plötzlich vier Flaschen aus der ersten Reihe fehlen. Dieser Diebstahl geht laut Gericht eindeutig auf das Konto des bärtigen Mannes.

Ein anderer Diebstahl ereignete sich in einem Oberländer Sport- und Modegeschäft. Im Geschäftslokal des gut sortierten Fachhändlers war gerade niemand präsent, als sich der Georgier mit Rucksack umsah.

Er schlich hin und her, kontrollierte, ob wirklich niemand zu sehen war, stellte seinen Rucksack hinter eine breite Säule und ließ flugs ein Paar Markenturnschuhe darin verschwinden. Was er jedoch nicht wusste: Im Büro beobachtete ihn die Chefin, die gerade telefonierte, über einen Monitor, der mit einer Videoaufzeichnung verbunden ist. Sie rannte ins Geschäft und rief ihren Mann. Alarmiert durch das Verhalten der Besitzer holte der Georgier die Schuhe rasch aus seinem Rucksack und stellte sie scheinheilig zurück ins Regal. „Ich wollte nicht stehlen, mir wurde ganz plötzlich bewusst, dass es nicht richtig war, was ich getan hatte“, beteuert der Mann seine angebliche Unschuld. Er leide an Epilepsie und müsse starke Medikamente nehmen, führt er weiter aus.

Dritte Verurteilung

Doch die Zeugen berichten, dass der diebische Kunde sehr zielorientiert vorgegangen sei, blitzschnell reagiert habe und sich geschickt aus der Affäre zu ziehen versuchte.

Dennoch, der bereits zweifach einschlägig Vorbestrafte kassiert seine dritte Verurteilung. Drei Wochen Haft, Gewerbsmäßigkeit wurde ihm keine unterstellt. Weil er bereits seit Mitte Jänner in U-Haft sitzt, wird er bereits in diesem Monat wieder entlassen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC