Vorarlbergs bislang einzige Doppel-Olympiasiegerin

Sport / 05.02.2018 • 19:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trude Jochum-Beiser war im letzten Trainingslauf vor dem Rennen in Oslo drei Mal gestürzt und hatte daher gesagt, dass sie Angst vor dieser Strecke habe.os
Trude Jochum-Beiser war im letzten Trainingslauf vor dem Rennen in Oslo drei Mal gestürzt und hatte daher gesagt, dass sie Angst vor dieser Strecke habe.os

Nach Kombi-Gold 1948 gab es vier Jahre später eine Goldene in der Abfahrt.

Lech Bei den ersten Olympischen Spielen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1948 in St. Moritz erstmals Medaillen in den alpinen Einzeldisziplinen vergeben. Die österreichischen Damen, die schon im Winter 1946/47 großartige Resultate erzielt hatten, mussten ohne einen internationalen Vergleich zu den Winterspielen ins Engadin reisen, zeigten dann aber exzellente Leistungen.

Neuerlich Olympiasiegerin in Oslo

Schon zum Auftakt gab es für die Vorarlbergerinnen Trude Beiser und Resi Hammerer Grund zum Jubeln, holten sie doch in der Abfahrt Silber und Bronze hinter der Speedspezialistin Hedy Schlunegger. Damit hatten beide große Chancen auf den Sieg in der Kombination. Der Kombi-Slalom musste damals mit den zuvor markierten Abfahrtsskiern bestritten werden und verlief ausgesprochen spannend. Von den Favoritinnen behielt einzig Beiser die Nerven, und so holte sich die Lecherin vor Gretchen Fraser die Goldmedaille. Welch einzigartige Sportlerin Trude Beiser war, zeigt die Tatsache, dass sie nach einem Jahr Rennpause – wegen Heirat und Geburt ihres Sohnes – erst im WM-Winter 1950 in den Sport zurückkehrte und in Aspen auf Anhieb Abfahrtsweltmeisterin wurde.

Nach einer Saison ohne Spitzenresultate startete Trude Jochum-Beiser in der Olympiasaison 1951/52 wieder voll durch. Wenige Wochen vor den Spielen in Oslo gewann die inzwischen 24-Jährige in Grindelwald die einzig wichtige Abfahrt des Winters vor den US-Amerikanerinnen Jannette Burr und Andrea Mead-Lawrence und machte sich damit wieder zu einer ernsthaften Medaillenkandidatin.

Die Spiele in Norwegen begannen mit dem Riesenslalom, den sie zu ihrer eigenen Enttäuschung nur als Elfte beenden konnte. Drei Tage später stand ihre Spezialdisziplin Abfahrt auf dem Programm, und mit ihrer Zeit von 1:47,1 Minuten legte sie ihren Konkurrentinnen auf der 1350 m langen Abfahrtsstrecke in Norefjell eine Marke vor, die nicht mehr unterboten wurde. Die Deutsche Annemarie Buchner kam auf neun Zehntel heran, der Italienerin Giuliana Chenal-Minuzzo fehlte eine weitere Sekunde. Den abschließenden Slalom beendete die nunmehrige Doppel-Olympiasiegerin an achter Stelle, was in einer inoffiziellen Kombinationswertung Rang zwei bedeutet hätte, aber keine weitere Medaille ergab. OS

Zur Person

2. September 1927

Die Lecherin war die Speed-Queen der Alpinen in den Nachkriegsjahren.

Geboren 2. September 1927

Wohnort Lech

größte erfolge

Olympische Spiele

1948: Siegerin Kombination, Zweite Abfahrt

1952: Siegerin Abfahrt, Achte Slalom, Elfte Riesenslalom

Weltmeisterschaften

1948: Siegerin Kombination, Zweite Abfahrt

1950: Siegerin Abfahrt, Zweite Riesenslalom, Siebte Slalom

1952: Siegerin Abfahrt, Achte Slalom, Elfte Riesenslalom

Wichtige Siege bei FIS-Rennen

Grabs 1946, Grindelwald 1947, Grabs 1947, Grindelwald 1952 (alle Abfahrt)

Mürren 1947 Slalom (Alpine Kombi)

Auszeichnungen

Österreichs Sportlerin des Jahres 1952