Gigantomanie im Montafon

Leserbriefe / 06.02.2018 • 20:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 5. Februar 2018.
VN-Bericht vom 5. Februar 2018.

Frau Dr. Weber hat mir sehr aus dem Herzen gesprochen: Dieser viel diskutierte Speichersee im Montafon sprengt wirklich alle Grenzen! Es stellt sich schon die Frage, ob alles, was machbar ist, auch gemacht werden soll und darf. Man kann dem Klimawandel auf zweierlei Arten begegnen: Entweder man setzt weiterhin in kurzsichtiger Weise auf knallharten Ausbau der Infrastruktur für den Ski-Tourismus, baut noch und noch Speicherseen, Seilbahnen und Skiipisten und lässt schon mitten im Herbst die Schneekanonen donnern (womit man die Touristen, die zum Wandern kommen, vergrault). Oder man denkt vermehrt an den Sommertourismus, der immer mehr an Bedeutung gewinnen wird, indem man versucht, unsere Bergwelt in ihrer Unversehrtheit zu bewahren, denn die meisten Sommergäste kommen wegen der schönen Landschaft zu uns. Die Landesregierung würde gut daran tun, die Warnungen und Empfehlungen des Naturschutzrates ernst zu nehmen, anderenfalls hätte dieser nur eine Alibifunktion und könnte genauso gut abgeschafft werden. Man würde von einer Landesregierung erwarten, dass sie das von ihr regierte Land vor Fehlentwicklungen und Zerstörungen jeglicher Art schützt, aber hier ist es gerade umgekehrt: Die Landesregierung fördert und unterstützt – Weitblick vermissen lassend – all diese Ansinnen, immer mit Berufung auf das viel zitierte „öffentliche Interesse“.

Mag. Ursula Breuer,

Rickenbacherstraße, Wolfurt