Monsterbau

Leserbriefe / 06.02.2018 • 20:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wenn hier von einem See gesprochen wird, so ist dies an sich schon eine vorsätzliche Täuschung. Hier wird ein höchst schützenswertes Biotop, das sich in der flachen Geländemulde seit Jahrhunderten gebildet hat, mit diesem monströsen Staubecken einfach ausgelöscht. Am 19. Dezember 2017 verfasste die BH Bludenz die Verhandlungsschrift, die das Projekt präzise beschreibt. Ein Tiroler Planungsbüro hat Planung und Beratung ausgeführt, wobei ein Gesamtwasserbedarf von 430.200 m3/Jahr zu Grunde gelegt wurde – eine Gigantomanie für ein paar Wochen Schnee. Das Projekt umfasst einen Speicherteich, eine Pumpstation und die Errichtung einer Trafostation. Im leicht abfallenden Teil des Geländes erreicht die umlaufende Stützmauer eine abenteuerliche Höhe von 27 Metern, was in etwa einem zehnstöckigen Hochhaus entspricht. Zusätzlich sind ein Bauwerk für vier Kühltürme und eine beachtliche Pumpstation erforderlich. Aus dem Gutachten des Amtssachverständigen für Natur-und Landschaftsschutz und Landschaftsschutzanwältin DI Katharina Lins ist für jedermann herauszulesen, dass dieses Vorhaben jeglichen Rahmen der Zumutbarkeit sprengt und auch irreparablen Schaden an der hochalpinen Pflanzen- und Kleintierwelt anrichtet. Da helfen auch keine Renaturierungsmaßnahmen, wie sie der Projektant verzweifelt versucht einzubringen.

Ing. Gerhard Miltner,

Josef Huter Straße, Bregenz