Im zweithöchsten Amt der Stadt soll „starke Frau sichtbar bleiben“

Vorarlberg / 07.02.2018 • 20:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bewirbt sich ums Vizebürgermeisteramt: Marlene Thalhammer (Grüne). VN
Bewirbt sich ums Vizebürgermeisteramt: Marlene Thalhammer (Grüne). VN

Grüne Stadträtin Thalhammer will Vizestadtchefin von Feldkirch werden.

Feldkirch „Das Vizebürgermeisteramt soll nicht auch noch in Männerhände der Volkspartei fallen. Wir möchten, dass im zweithöchsten Amt der Stadt eine starke, politisch erfahrene Frau sichtbar bleibt. Deshalb werde ich mich am 6. März neben Finanzstadtrat Wolfgang Matt ebenfalls zur Wahl stellen.“ Mit diesen Worten kündigt die langjährige Stadträtin Marlene Thalhammer von der Liste „Feldkirch blüht“ ihre Kandidatur an. Die Neuwahl durch die Stadtvertretung wird deshalb nötig, weil bekanntlich Barbara Schöbi-Fink als bisherige Vizebürgermeisterin Ende Jänner zur Schullandesrätin gewählt wurde. In der Folge schlug Bürgermeister Wilfried Berchtold (VP) Finanzstadtrat Matt als Nachfolger von Schöbi-Fink vor.

„Einseitig und nicht legitimiert“

Zur Nachfolgerin von Schöbi-Fink im Feldkircher Stadtrat soll (wie in den VN bereits berichtet) Gudrun Petz-Bechter gewählt werden. Aus der Sicht von Thalhammer würde die Wahl von Matt nicht dem Wählerwillen entsprechen, der Feldkirch bunter haben will. „Nicht einmal die Hälfte der Feldkircher haben 2015 die Volkspartei gewählt, da kann man keinen Anspruch auf hundert Prozent der obersten Ämter stellen.“ Bei den Gemeindewahlen 2015 habe die VP einen historisch empfindlichen Absturz auf 47,82 Prozent der Stimmen erlitten. „Die Grünen wurden mit 19,19 Prozent zweitstärkste Kraft. Aufgrund des ungenauen d’Hondtschen Verfahrens besetzt die Volkspartei fünf von neun Sitzen im Stadtrat. „Ohne demokratische Mehrheit sicherten sich die Schwarzen dank verdeckter schwarz-blauer Koalition alle Posten bis hin zu allen Ortsvorstehern. Das ist zu einseitig, ungerecht und damit nicht legitimiert. Jetzt muss Schluss sein“, gibt sich Thalhammer kämpferisch.

FP ebenso mit Gegenkandidat?

In der Stadtvertretung sind ihrer Meinung nach „Frauen aufgrund der Listen von Schwarz und Blau sowieso schon völlig unterrepräsentiert“. Bei der VP sind vier von 18 Stadtvertretern weiblich und bei der FP sei das Verhältnis noch schlechter, nämlich eine Frau und sechs Männer. Stichwort Freiheitliche: Auch bei den Feldkircher Blauen wird „nicht ausgeschlossen“, dass Daniel Allgäuer oder Stadtrat Thomas Spalt als Gegenkandidat zu Matt in den Ring steigen. Die Frage solle in einer Stadtparteisitzung in der nächsten Woche geklärt werden, bestätigte Allgäuer, der neben seiner Funktion als Klubobmann im Landtag auch im Stadtrat der Montfortstadt vertreten ist.

„Mit verdeckter schwarz-blauer Koalition hat sich die VP alle Posten gesichert.“