Verantwortung der Konsumenten

Leserbriefe / 07.02.2018 • 21:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Kälber stürzen aus Tiertransporter“, vom 30. 1. 2018:

Aufgrund des tragischen Unfalls dieser Woche, durch den Kälber von einem Transporter auf die Straße gefallen sind und schwer verletzt bzw. getötet wurden, halte ich die Schuldzuweisungen an die Konsumenten für daneben. Wenn Tiertransporte von Kleinst-Rindern derart brutal „durchgezogen“ werden, dass diese über viele Stunden durch halb Europa gekarrt werden, wenn diese nicht ausreichend gesichert und „sauber“ verladen und betreut werden und daher während der Fahrt von Rampen stürzen und auf gebrochene Beine gestellt werden, dann ist das barbarisch. Wenn Menschen, die für Transporte zuständig sind, in ihrer Haltung über keine „seriöse“ Einstellung zum Tier verfügen, wenn schwerstverletzte und kranke Tiere wie tote Ware behandelt werden, dann ist der Gesetzgeber am Zug. Solche Leute gehören vom Umgang mit Tieren entfernt! Denn das kleine Kalb, das von der Mutter noch nicht entwöhnt ist, steht unter enormem Stress. Wenn man Kalbfleisch produzieren und daran verdienen will, und zwar mehr als der Markt überhaupt aufnehmen kann und braucht, ist ebenfalls nicht der Konsument dafür­ verantwortlich, sondern jene, die genau daran verdienen möchten. Es ist billig, immer wieder den Konsumenten dafür verantwortlich machen zu wollen, für all das, was im Umgang mit der Fleischmast und der Tierhaltung bedenklich ist.

Angela Tischler,

Dammstraße, Lauterach