Wirtschafts­interessen versus Naturschutz

Leserbriefe / 07.02.2018 • 21:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Wogen gehen wieder einmal hoch, diesmal wegen des geplanten Speichersees: wirtschaftliche Interessen versus Natur- und Landschaftsschutz. Beide Seiten führen, isoliert betrachtet, nachvollziehbare Gründe ins Feld. Nur wird leider ein Aspekt von beiden Seiten völlig vernachlässigt, mit keinem Wort erwähnt. Die Tatsache nämlich, dass wir heute schon weit über das leben, was unsere Erde nachhaltig verträgt. Wenn man sich vor Augen führt, dass heute schon zwingend nötige Rohstoffe Mangelware sind, dass deren Preise wegen der immer teureren Förderung geradezu explodieren, dass von seriösen Wissenschaftlern der Kollaps der Förderung innerhalb einer bis höchstens zwei Generationen vorausgesagt wird, wird doch jedem Denkfähigen klar, dass es so nicht weitergehen kann, wenn wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Zukunft in einer Welt, die das auch zulässt, hinterlassen wollen. Statt aussichtslos nach Wegen zu suchen, wie man mit aller Gewalt, sogar durch Missachtung von Gesetzen, die man einmal aus gutem Grund beschlossen hat, das zum Erhalt unseres heutigen Lebensstandards nötige Wirtschaftswachstum von zwei Prozent pro Jahr sichern kann, also ein immer Mehr und Mehr zu predigen, wäre es klüger, heute schon Überzeugungsenergie dafür einzusetzen, dass man auch mit weniger zufrieden und glücklich leben kann. Jetzt darauf vorbereiten, das ist die Verantwortung einer Regierung.

Anton Hengl,

Im Steinach, Lauterach