Feldkircher als Hobby-Chronist

Vorarlberg / 08.02.2018 • 17:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kriegsgeschehnisse weder romantisieren noch verherrlichen: Autor Wehinger. CRO
Kriegsgeschehnisse weder romantisieren noch verherrlichen: Autor Wehinger. CRO

Geschichte der Vorfahren ließ Schlagzeuglehrer zum Buchautor werden.

Feldkirch Es wurden Hunderte Bücher über die Gräuel des Ersten und Zweiten Weltkrieges geschrieben. Historische Unterlagen belegen die  Schreckenstaten. Dennoch bleibt für manchen offen, wie denn die eigenen Vorfahren diese schlimme Zeit erlebt haben. Der Feldkircher Benjamin Wehinger hat sich mit dieser Frage beschäftigt und die Erlebnisse seines Urgroßvaters, Opas sowie von Verwandten aufgearbeitet und sie in drei Büchern veröffentlicht. Angefangen hat es damit, dass der 38 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg Geborene die Kriegsgeschichte seines Großvaters recherchierte. „Es hat mich einfach interessiert, wie es ihm in all den Jahren ergangen ist, weil ja kaum jemand etwas darüber wusste.“ Im Rahmen seiner Nachforschungen stieß Wehinger darauf, dass neben seinem Großvater auch noch dessen zwei Brüder und deren Cousin Anfang 1942 zu verschiedensten Kriegsorten in Frankreich, Norwegen und Russland dirigiert wurden. Diese unterschiedlichen Kriegserlebnisse werden in diesem Buch chronologisch beschrieben. Alle vier hatten insofern Glück, als sie im Krieg nicht ihr Leben lassen mussten.

Sogar aus Russland kam Post

„Gerade in Zeiten der Verharmlosung möchte ich betonen, dass ich die Kriegsgeschehnisse weder romantisieren noch verherrlichen möchte“, sagt  der hauptberuflich als Schlagzeuglehrer tätige Hobby-Chronist. „Mir ging es darum, die persönlichen Erlebnisse meiner engeren Verwandtschaft faktengetreu wiederzugeben und das Alltagsleben aus der Sicht von Zeitzeugen aufzuzeigen.“ Um den wissenschaftlichen Aspekt zu untermauern, hat er die Aufzeichnungen mit historisch dokumentierten Fakten versehen. Als der 34-Jährige sein Buch veröffentlichte, bekam er sogar eine E-Mail aus Russland. Ein Mann hatte sich an die damalige Ereignisse erinnert. Wehinger nahm daraufhin Kontakt auf und erfuhr einiges über die zwischenmenschlichen Erlebnisse der deutschen Wehrmachtssoldaten und der russischen Bevölkerung aus den Dörfern vor Moskau, in denen sein Opa mit seiner Einheit stationiert war. Daraus entstand sein neues Buch mit dem Titel „Ostfront – damals und heute. „Zwischenzeitlich hat er auch die Geschichte seines Urgroßvaters Gebhard Wehinger aufgearbeitet, der als Landstürmer im Ersten Weltkrieg an der Front überlebte. Ansatzpunkt war ein Bild vom 14. Februar 1922, welches Gebhard als eine Art Kriegschronik anfertigen ließ. Sein Urenkel reiste für die Recherche sogar extra an einen Originalschauplatz in den Dolomiten. „Auch bei dieser Chronik war eine meiner größten Motivationen die Tatsache, dass bis dahin so gut wie nichts über Gebhards Kriegszeit bekannt war.“ Für ihn ist es wie ein Eintauchen in bisher unbekannte Gebiete mit dem Ziel, auf offene Fragen Antworten zu erhalten. Das erweckt in ihm die Motivation, weiter zu forschen. So ist er bei seinen Recherchen auf weitere Namen gestoßen und hofft nun Nachfahren zu finden, die ihm Auskunft zu diesen Personen geben können. CRO

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Kriegsgeschehnisse weder romantisieren noch verherrlichen: Autor Wehinger. CRO

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Fakten zu Chroniken

Kriegschroniken von Benjamin Wehinger. „Kriegsjahre eines Landstürmers“, „Drei Brüder, ein Cousin, vier Kriegsschauplätze“, „Ostfront – damals und heute“. Die Bücher sind im Selbstverlag erschienen und beim Autor erhältlich.

Infos gesucht zu Josef Fend, Götzis, Landsturm-Jäger, verstarb bei Tre Sassi am 26. Dez. 1916. Josef Sedivec und Andreas Sperk (beide bekamen die Tapferkeitsmedaille am Sasso Rosso in den Brenta-Dolomiten. Landsturm-Bataillon III.)

Zweiter Weltkrieg: Herr Berchtold, Stabsarzt, aus Kennelbach.

Kontakt: Tel. 0699-18306869 oder beni-wehinger@gmx.at