„Das ist die Hölle“

Sport / 09.02.2018 • 20:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gregor Schlierenzauer wünscht sich nichts mehr als Konstanz bei Olympia.Reuters
Gregor Schlierenzauer wünscht sich nichts mehr als Konstanz bei Olympia.Reuters

ÖSV-Adler starten heute die Jagd nach olympischen Ehren.

Skispringen Wenn heute (13.35 Uhr) auf der Normalschanze die ersten Medaillen unter den „Herren der Lüfte“ vergeben werden, dann kann Österreichs Quartett in der Besetzung Stefan Kraft, Michael Hayböck, Gregor Schlierenzauer und Manuel Fettner eine verkorkste Weltcup-Saison vergessen machen. Vor allem Schlierenzauer, der Dominator a. D., lässt vor seinen dritten Olympischen Winterspielen tief blicken: „Es ist emotional nicht einfach. Ich kann es nicht mehr hören, dass es im Training funktioniert und im Wettkampf nicht. Wenn es um was geht und der Schuss nach hinten losgeht – das ist die Hölle. Frustrierend“, gestand der 27-Jährige. Körper und Geist spielen jedenfalls voll mit: „Ich fühle mich nicht ausgelutscht, habe alles durchchecken lassen. Der Biss ist da, ich überlasse nichts dem Zufall. Was ich brauche, ist Konstanz.“

Der Mann aus Togo

Vielleicht hilft die Ablenkung im olympischen Dorf, der Oberösterreicher Hayböck weiß von einem interessanten Treffen zu berichten: „Als wir Fußball-Tennis gespielt haben, ist uns ein Athlet, der hinten Togo draufstehen hatte, über den Weg gelaufen. Der kannte alle unsere Namen. Also mich hat das olympische Feuer schon gepackt“, lächelte der 26-Jährige. „Ich bin topfit, das war ja nicht oft der Fall in dieser Saison. Ich weiß, dass man es mit guten Sprüngen ganz nach vorne schaffen kann. Nur die Quali war nicht so gut, da sind die Pferde mit mir durchgegangen.“ Der Blick richtet sich nach vorne – auch bei Manuel Fettner, für den eine neue Zeitrechnung beginnen soll: „Meine olympische Karriere war bis jetzt recht frustrierend. Ich habe es immer geschafft, in Saisonen mit Winterspielen schlecht in Form zu sein.“ Stefan Kraft sind solche Erfahrungen eher fremd, der 24-Jährige feiert sein Olympiadebüt. Hoffentlich ohne Pannen auf den Schanzen. Im olympischen Dorf hat der Salzburger schon drei Mal die Akkreditierung vergessen.

Nervosität

Heute ist Kraft im Wettkampf auf sich allein gestellt. „Ich werde ganz bestimmt nervös sein, aber 49 andere auch.“ Nicht zu vergessen auf die Trainer, die mit ihren Athleten mitfiebern. ÖSV-Headcoach Heinz Kuttin steht unter Druck, kann damit leben: „Ich bin hier, um Entscheidungen zu treffen und meinen Kopf hinzuhalten – was ich gerne tue.“ Die Anspannung steigt – auch bei den Konkurrenten. Deutsche Boulevardmedien „fordern“ regelrecht Gold (von Andreas Wellinger oder Richard Freitag), auch die polnischen Journalisten sind siegessicher. Kamil Stoch könnte zum dritten Mal olympisches Einzel-Gold gewinnen. A. Zambarloukos