Drei Spielfilme und eine Dokumentation

Gesund / 09.02.2018 • 08:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Drama „Manchester by the Sea“ erzählt eine Geschichte von Trauer und Schuld und wurde mit zwei Oscars ausgezeichnet.Claire Folger
Das Drama „Manchester by the Sea“ erzählt eine Geschichte von Trauer und Schuld und wurde mit zwei Oscars ausgezeichnet.Claire Folger

Psychosoziale Themen im Mittelpunkt einer Filmreihe von pro mente.

Dornbirn Mit drei Spielfilmen und einer Dokumentation an insgesamt acht Terminen gibt pro mente Vorarlberg einem kleinen Spektrum psychischer Erkrankungen öffentlichen Raum. Aus dem Leben gegriffen und authentisch zeigt die Filmreihe, wie sich Krisen anfühlen können und welchen Wert es hat, wenn eine Gesellschaft für deren Umgang ein Bewusstsein entwickeln konnte.

Den Auftakt macht „Manchester by the sea“. Der amerikanische Spielfilm, der mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde, erzählt eine Geschichte von Trauer, Schuld und der Tatsache, dass das Leben trotzdem weitergehen muss. Ein packendes, komplexes Drama, das in intensiven Rückblenden die ganze Tragik der Hauptfigur enthüllt. Regisseur Kenneth Lonergan zeigt in ruhigen und starken Bildern, wie es ist, wenn „normalen“ Menschen schier Unfassbares passiert. „Mängelexemplar“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsromans von Sarah Kuttner über eine junge Frau zwischen aufgedrehter Hysterie und ernsthaften Panikattacken. Der Film ist mal ernsthaft, mal witzig, mal schräg, mal ungewöhnlich, aber immer mit dem Herz am rechten Fleck. Er ist auch eine Erzählung von Liebe und der Kraft, die mit ihr einhergeht. Aber damit sie wirken kann muss man sich auch selbst lieben. Das ist die Herausforderung, der sich die Protagonistin Karo, gespielt von Claudia Eisinger, stellen muss.

Volkskrankheit Depression

Die Dokumentation „Ich wollt nicht mehr aufstehen“ gibt Einblick in die Volkskrankheit Depression, die durch Suizide allein in Deutschland jährlich 7500 Menschenleben fordert. Mangelnde Aufklärung und gesellschaftliche Tabuisierung haben zur Folge, dass lediglich rund zehn Prozent der Betroffenen bestmögliche Behandlung erhalten. Der Film lässt Betroffene, Ärzte und Wissenschaftler zu Wort kommen. Mit „4 Könige“ schließt sich der Kreis der vierteiligen Reihe. Der Film erzählt von vier Jugendlichen, die die Weihnachtszeit in einer psychiatrischen Einrichtung verbringen müssen. Der eine verschlossen, der andere aggressiv, eine Jugendliche aufmüpfig und die Letzte verzweifelt, müssen sie unter der Aufsicht ihres optimistischen Arztes lernen, sich mit ihrer Lage anzufreunden.

Intention der Filmreihe

Die bereits zur Tradition gewordene Filmreihe der pro mente Vorarlberg will seelische Erkrankungen enttabuisieren und damit zum Gesprächsthema machen. Informieren, aufklären, sensibilisieren, das ist das Ziel. Im Anschluss an die einzelnen Filme haben Interessierte die Möglichkeit, mit Experten aus Psychiatrie und Psychotherapie ins Gespräch zu kommen.  

Termine

14.02. und 27.02. Manchester by the Sea (Spielfilm, USA)

15.02. und 13.03.: Mängelexemplar (Spielfilm, Deutschland)

20.02. und 15.03.: Ich wollte nicht mehr aufstehen (Dokumentation, Deutschland)

01.03. und 21.03.: 4 Könige (Spielfilm, Deutschland)

Die Filme werden in Kooperation mit dem Spielboden in Dornbirn gezeigt; Beginn: 19.30 Uhr;

Kartenreservierung: www.spielboden.at/karten, Tel. 05572 21933; Trailer und weitere Infos unter www.promente-v.at/aktuell