Humorvolle Betrachtungen bis hin zur Verspottung

Kultur / 09.02.2018 • 20:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Von Tomi Ungerer ist diese Mandrill-Dame mit Lippenstift und Stöckelschuh zu sehen, die sich eitel lächelnd im Handspiegel betrachtet. Wilhelm Busch museum
Von Tomi Ungerer ist diese Mandrill-Dame mit Lippenstift und Stöckelschuh zu sehen, die sich eitel lächelnd im Handspiegel betrachtet. Wilhelm Busch museum

Hannover Verliebte Schweine oder eine eitle Mandrill-Dame: Das Museum Wilhelm Busch zeigt ab heute, Samstag, in der Ausstellung „Zahme Viecher & wilde Bestien“ Karikaturen mit Tieren vom Jahr 1800 bis zur Gegenwart. Die Bandbreite reicht von humorvollen Betrachtungen geliebter Haustiere über Wappentiere bis hin zur Verspottung von Politikern. Die 220 Werke von namhaften Künstlern wie Wilhelm Busch, Tomi Ungerer oder Rudi Hurzlmeier stammen alle aus der mehr als 40.000 Blätter umfassenden eigenen Museumssammlung.

„Häufig wird uns darin ein Spiegel vorgehalten“, sagte Museumsdirektorin Gisela Vetter-Liebenow. Von Tomi Ungerer etwa ist eine Mandrill-Dame mit Lippenstift und einem Stöckelschuh zu sehen, die sich eitel lächelnd im Handspiegel betrachtet. Von Wilhelm Buschs Werken ist eine Collage zu sehen. Fipps, der bösartige Affe, ist dabei, aber auch weniger bekannte Tier-Zeichnungen des Meisters der Bildergeschichte wie ein Nilpferd.

In den Karikaturen aus dem
19. Jahrhundert verdeutlichen Tiere oft politische Macht und Ohnmacht. Ein Blatt aus dem französischen Magazin „Perroquet“ von 1877/78 zeigt eine Landkarte: Russland vereinnahmt als Krake mit seinen Fangarmen unter anderem Polen, die Türkei und Persien. Deutschland wehrt sich. Der damalige Prinzregent und spätere britische König Georg IV. wird als von Günstlingen umschwärmter fetter, hilfloser Wal dargestellt.

Ein Kapitel beschäftigt sich mit der Ausgrenzung des Fremden. So beäugt in Ronald Searles „The Square Egg“ (1966) eine Schar Vögel argwöhnisch einen abseits stehenden Artgenossen, der ein quadratisches Ei gelegt hat.

Die Ausstellung im Wilhelm Busch Museum in Hannover ist bis 21. Mai zu sehen.