Närrisches Treiben auf dem Parkett

Sport / 09.02.2018 • 21:27 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Hinter dem Einsatz von Hard-Kreisläufer und EM-Teilnehmer Lukas Herburger (rotes Trikot) steht noch ein kleines Fragezeichen.VN/Sams
Hinter dem Einsatz von Hard-Kreisläufer und EM-Teilnehmer Lukas Herburger (rotes Trikot) steht noch ein kleines Fragezeichen.VN/Sams

87. Prestigeduell der Handball-Hochburgen am Samstag in Bregenz zum Auftakt der Bonusrunde.

Bregenz Wenn am Samstag nach 50 Tagen Ligapause um 20.25 Uhr mit dem 87. Derby zwischen den Vorarlberger Hochburgen Bregenz Handball und dem Alpla HC Hard der Startschuss in die zweite Saisonhälfte im Titelrennen in der Spusu Handball-Liga Austria erfolgt, dürfen sich die Fans nicht nur wegen des speziellen Spieltermins, dem Faschingssamstag, wieder auf 60 Minuten Hochspannung und jede Menge närrisches Treiben auf dem Parkett freuen. Keine andere Paarung elektrisiert die Anhänger beider Klubs mehr als das Revierduell, und dabei stellt sich die Frage: Können die gastgebenden Festspielstädter ihre Vormachtstellung in den Prestigeduellen weiter ausbauen oder können die Roten Teufel vom Bodensee in der ewigen Statistik aufholen. In den bisherigen 86 Duellen in der höchsten nationalen Spielklasse gab es 48 Siege für Bregenz und 30 für Hard, acht Mal wurden die Punkte „brüderlich“ geteilt.

In der Spielpause um den Jahreswechsel wurden aus beiden Lagern zahlreiche Veränderungen getätigt. Bregenz gab Abwehrchef Bojan Beljanski an den Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen ab und vermeldete die Vertragsverlängerungen von Kapitän und Spielmacher Lukas Frühstück (bis 2012) und von Goalie Goran Aleksic um zwei Saisonen.

Im Gegensatz dazu wurde beim regierenden Meister aus der Bodenseegemeinde die weitere Zusammenarbeit mit Linkshänder Boris Zivkovic, Kapitän Dominik Schmid und Dauerbrenner Michael Knauth bestätigt. Letzter ist mit 35 Jahren nicht nur der älteste Harder, sondern mit insgesamt elf HLA-Titeln (sechs mit Bregenz und fünf mit Hard) der höchstdekorierte HLA-Akteur.

An die Grenzen gehen

Sportlich? Da sieht sich Bregenz-Coach Jörg Lützelberger trotz des 28:22-Heimsieges im Dezember in der Außenseiterrolle: „Nach der keinesfalls ruhmreichen Vorstellung und dem Aus im ÖHB-Cup bei Atzgersdorf sind wir im Derby maximal gefordert. Um nur einen Funken einer Chance gegen Hard zu haben, müssen wir in puncto Leistungsbereitschaft und Motivation an unsere Grenzen gehen. Um den Meister zu bezwingen, muss bei uns alles passen und beim Gegner vielleicht nicht alles so perfekt funktionieren“, betont der 32-jährige Deutsche. Aus personeller Sicht kann Lützelberger bis auf den Langzeitverletzten Ante Esegovic, der nach seiner Knieverletzung wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, auf alle Akteure zurückgreifen. Auch Dominik Bammer, der im Cup wegen einer Schulterverletzung pausiert hat, ist wieder mit an Bord.

Wir wollen, sie müssen gewinnen

Zumindest von der Papierform her hat Meister Hard selbst durch die Punkteteilung nach der Vorrunde noch zwei Punkte mehr auf dem Konto als Bregenz. Geht es nach dem im Sommer scheidenden Cheftrainer Petr Hrachovec, soll der Vorsprung im Derby ausgebaut werden. „Bregenz hat aufgrund des Heimvorteils und dem Cup-Aus wesentlich mehr Druck als wir. Wir wollen, sie müssen gewinnen. Ziel ist es, diesen psychologischen Vorteil zu unseren Gunsten auszunützen. Auf jeden Fall sind alle Akteure heiß darauf, dass es endlich wieder losgeht. Wichtig wird sein, von Beginn an in den Wettkampfrhythmus zu gelangen und die Konzentration bis zum Abpfiff hochzuhalten“, betont der 45 Jahre alte Tscheche, der den gesamten Kader zur Verfügung hat. Hinter dem Einsatz von EM-Teilnehmer Lukas Herburger, der im Sommer wie Hrachovec zu Schaffhausen wechselt, steht wegen seiner Knöchelverletzung ein kleines Fragezeichen.

Für die Roten Teufel ist das Derby zugleich die Generalprobe für das Viertelfinalduell im ÖHB-Cup am kommenden Dienstag (18 Uhr) zu Hause gegen Krems.

„Um Hard zu bezwingen, muss bei uns alles und bei ihnen nicht alles passen.“

Handball-Liga Austria 2017/18

Bonusrunde (Top 5 der Hauptrunde)

1. Spieltag

Bregenz Handball – Alpla HC Hard Samstag, 20.25 Uhr

Handballarena Rieden, SR Posch/Stangl

SG Handball West Wien – UHK Krems 23:25

Die weiteren Spieltermine der Ländle-Klubs

UHK Krems – Bregenz Handball 16. 2., 19.30 Uhr

SG Handball West Wien – Bregenz Handball 23. 2., 19 Uhr

Alpla HC Hard – HC Fivers WAT Margareten 23. 2., 19.30 Uhr

UHK Krems – Alpla HC Hard 2. 3., 19.30 Uhr

Bregenz Handball – HC Fivers WAT Margareten 3. 3., 19 Uhr

Alpla HC Hard – SG Handball West Wien 9. 3., 19 Uhr

Alpla HC Hard – Bregenz Handball 10. 3., 19.30 Uhr

Bregenz Handball – UHK Krems 17. 3., 19 Uhr

HC Fivers WAT Margareten – Alpla HC Hard 23. 3., 19.30 Uhr

Bregenz Handball – SG Handball West Wien 24. 3., 18 Uhr

Alpla HC Hard – UHK Krems 14. 4., 19.30 Uhr

HC Fivers WAT Margareten – Bregenz Handball 14. 4., 19.30 Uhr

SG Handball West Wien – Alpla HC Hard 20. 4., 19.30 Uhr

Viertelfinale (Best of three): 27. April, 1. und 5. Mai

Halbfinale (Best of three): 9., 12. und 15. Mai

Finale (Best of five): 19., 23., 26., 30 Mai und 2. Juni

Modus: Im Viertelfinale können die Top-3-Teams der Bonusrunde sich den Gegner aussuchen. In den K.-o.-Duellen hat das besser klassierte Team nach der Bonusrunde im ersten bzw. dritten Spiel bzw. ggf. fünften Spiel (Finale) Heimvorteil.

Endstand nach der Hauptrunde

1. HC Fivers WAT Margareten 18 14 1 3 539:496  +43 29

2. Alpla HC Hard (Meister) 18 14 0 4 526:448  +78 28

3. Bregenz Handball 18 11 2 5 502:478  +24 24

4. SG Handball West Wien 18 10 2 6 515:490  +25 22

5. UHK Krems 18 10 2 6 541:514 +27 22

6. Schwaz Handball Tirol 18 7 2 9 469:460 +9 16

7. HC Linz 18 8 0 10 521:524  -3 16

8. SC Ferlach 18 3 3 12 442:516  -74 9

9. HSG Graz (Aufsteiger) 18 3 1 14 479:520  -41 7

10. HC Bruck 18 3 1 14 440:528 -88 7

Erklärung: Die Top-5-Teams bestreiten die Bonusrunde (mit halbierter Punkteanzahl). Bei einer ungeraden Anzahl von Punkten wird aufgerundet.