Selbstständige nehmen nur zwei Wochen Urlaub

Markt / 09.02.2018 • 08:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
13 Prozent der Selbstständigen haben schon auf einer öffentlichen Toilette kommuniziert.
13 Prozent der Selbstständigen haben schon auf einer öffentlichen Toilette kommuniziert.

Jeder achte Freiberufler verzichtet gänzlich auf eine kurze Auszeit.

urlaub Insgesamt 305.603 Unternehmen werden laut Wirtschaftskammer in Österreich als Ein-Personen-Unternehmen (EPU) geführt. Bei einem Gesamtmitgliederstand von insgesamt 506.145 Unternehmen ergibt sich somit ein EPU-Anteil von 60,4 Prozent. Österreich befindet sich dabei in guter Gesellschaft. Rund 60 Prozent aller Unternehmen in Europa sind Kleinstbetriebe ohne angestellte Beschäftigte. Tendenz steigend.

Illusion der Work-Life-Balance

Zu einem der wichtigsten Gründe, sich selbstständig zu machen, zählt dabei die flexible Zeiteinteilung. Die Online-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Crunch hat die Arbeitszeiten von Selbstständigen genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Selbstständig Arbeitende nehmen durchschnittlich nur 14 Urlaubstage pro Jahr in Anspruch. Jeder Achte gönnt sich sogar überhaupt keine freie Zeit. Die Studie, die unter 1000 Freiberuflern durchgeführt wurde, ergab, dass mit 56 Prozent die meisten in dem Glauben leben, dass sie als eigener Chef eine bessere Work-Life-Balance haben. Jedoch gaben 27 Prozent, die vorher in einem Arbeitnehmer-Verhältnis gestanden haben, an, dass sie jetzt noch länger arbeiten. Die Befragten sagten zudem, dass sie täglich rund 13 Stunden arbeiten. Das sind durchschnittlich 65 Stunden pro Woche – fast doppelt so viele wie bei einer regulären Vollzeitstelle. Ein Drittel der EPUs (36 Prozent) lässt regelmäßig Mahlzeiten aus, um mehr Zeit zum Erledigen der Aufgaben zu haben. Zwei Drittel (66 Prozent) gaben zudem an, dass sie oft Schwierigkeiten haben, einzuschlafen.

Selbst wenn die befragten Selbstständigen verreist waren, haben rund 47 Prozent trotzdem aus finanziellen Gründen während ihrer Abwesenheit gearbeitet. Täglich bis zu 13 Stunden im Dienst zu sein bedeutet auch, die Arbeit an verschiedenen Orten zu erledigen. Fast die Hälfte (44 Prozent) gab an, dass sie im Rahmen ihrer selbstständigen Arbeit schon einmal an einem ungewöhnlichen oder unangemessenen Ort kommuniziert haben. 13 Prozent von ihnen sogar auf einer öffentlichen Toilette.