Spielplatz für Spaßvögel

Welt / 09.02.2018 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die schlauen Bergpapageien nehmen alles, was nicht niet- und nagelfest ist, ins Visier und treiben auf der Südinsel Neuseelands so manchen Schabernack. AFP
Die schlauen Bergpapageien nehmen alles, was nicht niet- und nagelfest ist, ins Visier und treiben auf der Südinsel Neuseelands so manchen Schabernack. AFP

Neuseeländer verpassen diebischen Papageien Sporttherapie.

Wellington Keas lieben Herausforderungen. Die schlauen Bergpapageien treiben aber auch gerne Schabernack auf der Südinsel Neuseelands, ihrer einzigen Heimat. Mit ihren kräftigen Schnäbeln schnappen sie sich immer wieder nicht niet- und nagelfeste Sachen: Pässe, Brieftaschen und das eine oder andere Pausenbrot von Touristen. Das Gefährliche: Sogar der Straßenverkehr und Baustellen sind vor ihnen nicht sicher. Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme wollen Naturschützer und Straßenverkehrsbehörden nun den Faxen ihrer gefiederten Bewohner einen Riegel vorschieben: Auf der Südinsel stehen bereits drei spezielle Spielplätze am Straßenrand, die die Keas bei Laune halten sollen.

Der Grund: Im November 2016 fanden Bauarbeiter Verkehrshütchen an merkwürdigen Stellen vor – und zwar immer dann, wenn sie auf eine Baustelle auf einer Fernstraße zurückkehrten. Videos von Überwachungskameras zeigten: Eine Schar von Keas hatte die Kegel hin- und hergeschoben. Dies taten sie wahrscheinlich nur zu ihrer eigenen Unterhaltung. Einige Experten waren jedoch der Ansicht, dass die Vögel die Hütchen absichtlich umgestellt hatten, um den Verkehr zu stoppen und bei Touristen Nahrung zu schnorren.

Ein Bauunternehmen hält die neugierigen Vögel für ein erhebliches Sicherheitsrisiko und unterstützte die Einrichtung der „Kea-Fitnessstudios“ an Straßenrändern. Ausgestattet sind diese mit Leitern, sich drehenden Schwimmvorrichtungen, Schaukeln und Klettergerüsten. Über Kameras beobachten und analysieren Forscher der Universität Canterbury das Treiben der Tiere auf den Spielplätzen. Die Bergpapageien mit dem smaragdgrünen Gefieder gelten landesweit als gefährdet. Schätzungen zufolge leben nur noch rund 5000 Keas in freier Wildbahn.