Viren, Masken, Mode

Sport / 09.02.2018 • 19:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Olympiaregion und wahrscheinlich auch Restkorea gleicht dieser Tage einem Land potenzieller Bankräuber. Überall tragen zahlreiche Menschen Mundschutzmasken. Die Koreaner wappnen sich gegen die herumschwirrenden Noroviren sowie alle anderen möglichen Ansteckungsherde. Das schaut schon komisch aus. Student Kim, mit dem ich mich am Bahnhof unterhalte, kann sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. „Das ist bei uns ja auch schon eine Modenschau geworden“, nimmt er seine Landsleute auf die Schippe. Tatsächlich entdecke ich nicht nur weiße Mundmasken, sondern auch grüne und hellblaue, größere und kleinere.

Die zahlreichen Volunteers müssen auf die textilen Schutzvorrichtungen bzw. Modeaccessoirs verzichten. Sie müssen schließlich den unkundigen Olympiagästen- und -teilnehmern allerhand erklären. Sie tun das freundlich, zuvorkommend und auf Englisch. Leider hapert es mit den Kenntnissen in der Weltsprache Nummer eins bei vielen doch gewaltig. Auf konkrete und einfache Fragen gibt es zur Antwort oft nur ein Lächeln. Dafür begleiten sie den ortsunkundigen Gast gerne bis zu jenem Punkt, den dieser anstrebt, und reichen – eh klar – ein Lächeln nach.

Gerne würde ich nach den Erlebnissen von Paris einige Air France-Verantwortliche für Schulungen nach Südkorea schicken. Denn dort gäbe es, wie mir meine Flughafen-Bekanntschaft Jihyun Lee mit ausnahmsweise ernster Miene bestätigte, „solche Dinge niemals“.

Ich glaube es ihr sofort.

VN-Redakteur Klaus Hämmerle berichtet aus Pyeongchang.