Da musst du selber lächeln

Sport / 11.02.2018 • 21:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Redakteur Klaus Hämmerle war begeistert vom unkomplizierten Auftritt des koreanischen Putztrupps. Dieser hinterließ ein fein säuberliches WG-Zimmer. VN/HK
VN-Redakteur Klaus Hämmerle war begeistert vom unkomplizierten Auftritt des koreanischen Putztrupps. Dieser hinterließ ein fein säuberliches WG-Zimmer. VN/HK

Mein Gott, diese Koreaner. Ich mag sie, und es würde mich wundern, sollte sich das im Laufe meines Aufenthaltes hier in Pyeongchang noch ändern. Erlebnis am Samstag: Ich sitze am Nachmittag mit meinem WG-Kumpel Sigi zu Hause vor unserem Olympia-TV, wo auf über zwei Dutzend Kanälen rund um die Uhr Olympia läuft. Plötzlich geht die Tür auf und wir hören aufgeregtes Geschnatter. Herein kommen drei Damen. Ein Putztrupp. Freundlich lächeln uns die Frauen an – ohne freilich ihre Mission außer Augen zu lassen. Wie auf Kommando verrichten sie generalstabsmäßig ihre Arbeit. Da wird geputzt, werden Betten gemacht und die leeren Wasser-Plastikflaschen entsorgt. Schnell hebe ich die Beine, als eine der drei unter dem Sofa herauswischt. Dass wir anwesend sind? Egal.

Noch bevor wir mit dem Staunen fertig sind, sind die Damen mit dem Putzen fertig.

So schnell sie gekommen waren, so schnell sind sie wieder weg. Klar, nicht ohne vorher noch einmal betont freundlich gelächelt zu haben. Da musst du einfach selber lächeln. Dieses Selbstverständnis einer Pflichterfüllung auch unter besonderen Umständen mag ja gelegentlich ungut rüberkommen. Nicht aber hier und in einer solchen Atmosphäre. Die anschließende Inspektion unserer kleinen Bleibe liefert zudem einen weiteren Grund für Milde und Verständnis. Alles ist blitz-blank und aufgeräumt.

Die Damen wussten schon, was sie uns Gutes tun.

VN-Redakteur Klaus Hämmerle berichtet aus Pyeongchang.