Großprojekt im Nova-Gebiet scheidet die Geister

Vorarlberg / 11.02.2018 • 20:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Kontroverse um geplanten Speicherteich geht weiter.

St. Gallenkirch Natur- und Umweltschützer sprechen von einem „die gewohnten Dimensionen sprengenden“ Projekt und „einem Eingriff direkt in die Natur“. Die Projektbefürworter, allen voran die Silvretta Montafon (SiMo) GmbH als Projektwerber, sehen darin eine unabdingbare Investition in die Schneesicherheit und damit eine Absicherung des gesamten Skigebiets für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.

Auch über zwei Wochen nachdem die VN erstmals in größerem Zusammenhang über den geplanten Speicherteich Schwarzköpfle im Montafon berichtet haben, gehen die Wogen in dieser Thematik nach wie vor hoch. Das millionenteure Beschneiungsprojekt sieht die Schaffung eines 6,5 Hektar großen und 308.000 Kubikmeter fassenden Speichersees samt Pumpstation für die Schneeerzeugungsanlage Versettla und Valisera im Nova-Gebiet in St. Gallenkirch vor. Die Planungen seitens der SiMo laufen bereits seit 2014. Inzwischen befindet sich das Großprojekt im abschließenden Bewilligungsverfahren durch die BH Bludenz.

Die emotional geführte Debatte im Spannungsfeld zwischen touristisch-wirtschaftlichen Interessen und der Bedeutung naturbelassener hochalpiner Landschaften für die Zukunft hat auch zu einem Schlagabtausch in der schwarz-grünen Landesregierung geführt. Nun meldet sich auch Gerhard Burtscher, Vorstandsvorsitzender der BTV und Vorsitzender des SiMo-Aufsichtsrates, in dieser Angelegenheit zu Wort. „Es kann nicht angehen, dass sich die Montafoner von einem Landesrat als hirnrissig bezeichnen lassen müssen“, echauffiert sich Burtscher. „Die zuständigen Behörden und ihre Experten wurden frühzeitig und umfassend eingebunden, der Standort verantwortungsbewusst überlegt, die Ausführung so naturverträglich wie möglich gestaltet“, führt der der BTV-Chef aus. „Die vielen im Montafon im Tourismus Tätigen geben jeden Tag ihr Bestes, um den Gästen unvergessliche Stunden zu bereiten. Allerwichtigste Voraussetzung dafür ist, dass Schneesicherheit gewährleistet ist und somit die dafür erforderliche Infrastruktur vorhanden ist. Umgekehrt ist die Schneesicherheit der Garant dafür, dass sich das Montafon weiterhin gut entwickelt und viele Arbeitsplätze im Tal nachhaltig gesichert sind“, sagt Burtscher. VN-JS