Kokain in der Shampooflasche

Vorarlberg / 11.02.2018 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Zwei Jahre Haft für Friseur, der nicht nur Haare schnitt.

Christiane Eckert

Feldkirch Mittlerweile ist vermutlich die ganze Gruppe verurteilt. Eine Reihe von Asylanten zeigte sich gegenüber ihrem Gastgeber Vorarlberg ziemlich undankbar und zog hier einen regen Drogenhandel auf. Auch der 26-jährige Mann, der aus einem Kriegsgebiet nach Vorarlberg flüchtete, hatte bereits einen Job, hier mit seiner Frau eine Familie gegründet und somit eigentlich keinen Grund, ins Drogengeschäft abzugleiten. Mit einigen anderen Männern stieg er dennoch in den Handel mit Kokain und Cannabis ein.

Immerhin brachte der Verkauf von einem Gramm Kokain rund zwanzig bis dreißig Euro Gewinn ein. Insgesamt brachte der Beschuldigte 100 Gramm des Pulvers an den Mann. Mit dem Verkauf von einem Gramm Marihuana waren rund zehn Euro zu erzielen. Vor der Polizei räumte er die Menge von 100 Gramm ein, dann ruderte er wieder zurück. Im Prozess am Landesgericht Feldkirch will er plötzlich niemals Kokain verkauft haben. Dann doch wieder ein wenig, aber keinesfalls 100 Gramm. Was das Marihuana betrifft, geht es ebenfalls um eine beachtliche Menge, nämlich sechs Kilo. Verkauft habe er den Stoff in einer Feldkircher Innenstadt-Bar.

2015 kam der Mann nach Österreich, lebte erst in Wien, reiste dann weiter nach Vorarlberg. 2016 hatte er erstmals Kontakt zu der Dealergruppe. Sie alle stammen aus dem Kreis von Asylwerbern oder anerkannten Asylanten.

Unglaubwürdig

Der Mann, der mittlerweile als Friseur seinen Lebensunterhalt verdient, bekam das Kokain in einer Shampooflasche von seinem Mittelsmann überbracht. Nur die beiden wussten, dass der Inhalt nicht zum Haarewaschen geeignet war. Als Rechtfertigung für die anfangs geständigen Angaben vor der Polizei führt der Asylant Alkoholisierung bei der Protokollanfertigung ins Treffen. Richter Michael Fruhmann verurteilt den bislang Unbescholtenen wegen Suchmittelhandels in einer kriminellen Vereinigung zu zwei Jahren Gefängnis. „Bei einem Strafrahmen bis zu 15 Jahren sind wir damit im unteren Bereich“, so der Richter.