Hirnrissiges Denken

Vorarlberg / 12.02.2018 • 18:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Im Dezember 2014 prophezeite ich den Grünen in einem Kommentar eine sehr kurze Regierungsrolle. Ganz schnell hat Markus Wallner aus der grünen Orang-Utan-Nummer eine Kriechtiernummer gemacht und damit die Rückholaktion für die abgewanderten ÖVP-Wähler eingeleitet. Nach dem Hinausflug der Grünen aus dem Nationalrat zittert nun Landesrat Rauch auch noch um seinen politischen Job im Vorarlberger Landtag. Die grüne Ideologie verrauchte geradezu gegenüber der Ego-Pilz-Partei, der ohne jedes Programm die Grünen geradezu aus dem Stand in die Wüste schickte.

So gesehen ist die unrühmliche Speicherteich-Nummer für Rauch geradezu eine herbeigesehnte Gelegenheit, seine bescheidene und wenig konstruktive Regierungsarbeit hinzuschmeißen. Seine Bedenken, die nächsten Jahre alles mit der ÖVP immer mittragen zu müssen, lassen ihn für die nächsten Landtagswahlen im Jahre 2019 nichts Gutes erahnen. Er weiß ganz genau, dass er in der Oppositionsrolle mit seiner nicht enden wollenden Kritik an allem und jedem eine viel größere Außenwirkung erzielen könnte. Schon die letzten Umfrageergebnisse müssen ihm schlaflose Nächte bereitet haben. Der Absturz in die Bedeutungslosigkeit scheint vorprogrammiert. So wird er noch in dieser Legislaturperiode seine Zustimmung zur Z-Variante und den Baubeginn der Tunnelspinne in Feldkirch mittragen müssen. Projekte, die immer von ihm und den Grünen vehement abgelehnt wurden. Er müsste bei den Spatenstichfeiern in der ersten Reihe stehen und in die Kameras lachen.

Er muss nun rasch einen Ausweg aus dieser Zwangslage finden und die Flucht nach vorne antreten, um bei seinen Wählern nicht vollkommen das Gesicht zu verlieren. Also provoziert er in Abwesenheit Wallners bei einer persönlich eingeladenen Pressekonferenz zum geplanten Speichersee im Montafon den Landeshauptmann mit der gesamten ÖVP, den Ländle-Tourismus speziell („wir können nicht die gesamte alpine Landschaft zu einem Turngerät machen“) und die erfolgreiche Wirtschaft ganz generell. Das werden und dürfen sich die Machtanspruch stellende ÖVP und deren Landeshauptmann von ihrem politischen Junior-Partnerchen nicht lange gefallen lassen. Das einzig Hirnrissige an dieser Speicherteich-Aktion ist der Glaube von Rauch, dass seine Überlegungen von der Bevölkerung nicht durchschaut werden und er sich mit lautem Geschrei aus der Regierung davonschleichen kann.

„Er müsste bei den Spatenstichfeiern in der ersten Reihe stehen und in die Kameras lachen. “

Fritz Amann

fritz.amann@vn.at

Fritz Amann ist Unternehmer und ehemaliger FPÖ-Politiker.