Ich weiß noch, wo ich war

Sport / 12.02.2018 • 19:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Schnappschuss mit Markus Prock darf nicht fehlen. Bei der österreichischen Rodler­legende war die Freude groß, als David Gleirscher im Eiskanal die Goldmedaille holte. VN
Ein Schnappschuss mit Markus Prock darf nicht fehlen. Bei der österreichischen Rodler­legende war die Freude groß, als David Gleirscher im Eiskanal die Goldmedaille holte. VN

Sie kennen das. Man denkt an einschneidende Ereignisse zurück und weiß noch ganz genau, wo man sich gerade befand, als man davon erfuhr. Bei mir fangen diese Art Erinnerungen mit dem Tod von Bobby Kennedy an. Ich war als Volksschüler auf dem Nachhause­weg, als mir eine Nachbarin die Nachricht mitteilte. Ich sehe noch die kleine Mauer vor mir, an der ich damals gerade stand. Oder als Jochen Rindt tödlich verunglückte. Da befand ich mich gerade vor dem Kiosk am Austria-Platz in einer Warteschlange. Viele weitere solcher Erfahrungen sollten folgen.

So werde ich auch nie vergessen, wo ich war, als Österreich die erste Goldmedaille bei den olympischen Winterspielen in Südkorea holte. Ich saß gerade neben Skilegende Franz Klammer, als Felix Loch im Eiskanal seinen Lauf verhaute, und den Österreicher Gleirscher zum Olympiasieger machte. Ich hatte das nicht gleich realisiert. Erst als mich Klammer am Oberarm packte und rief. „Der Unsrige hat Gold!“

Ich werde nicht vergessen, wie mich kurz darauf ein gewisser Markus Prock spontan umarmte. Jener Mann, der zwei Mal als Topfavorit für Rodelgold galt und zwei Mal vom Deutschen Georg Hackl geschlagen wurde. Es wird mir in Erinnerung bleiben, wie ehrlich die Freude der einstigen Rodlerlegende darüber war, dass einem seiner Nachfolger das gelang, was für ihn unerreichbar blieb – olympisches Gold zu holen. Nach drei Tagen Olympia denke ich, dass noch einige solcher Erlebnisse kommen werden. Momente, die bleiben und die man immer wieder mit fotografischem Gedächtnis hervorkehrt.

VN-Redakteur Klaus Hämmerle berichtet aus Pyeongchang.